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Schach-Krieg zwischen Carlsen und Niemann eskaliert - Technik und Experten erhärten Betrugsverdacht

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Schach-Krieg zwischen Carlsen und Niemann eskaliert - Technik und Experten erhärten Betrugsverdacht

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Schach-Krieg: Wie erdrückend ist diese Analyse?

Schach-Krieg: Wie erdrückend ist diese Analyse?

Magnus Carlsen lässt nicht locker gegen seinen umstrittenen Bezwinger Hans Niemann. Experten und Technik erhärten dabei den Betrugsverdacht des Schach-Weltmeisters.
Die Schach-Fehde zwischen Magnus Carlsen und Hans Niemann nimmt einfach kein Ende
Die Schach-Fehde zwischen Magnus Carlsen und Hans Niemann nimmt einfach kein Ende
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von SPORT1

Es wird immer wilder, die Situation gleicht für manchen Beobachter bereits einer Art Krieg: Game of Thrones war gestern, jetzt kommt das Spiel der Könige.

„Ich glaube, dass Niemann mehr - auch in letzter Zeit - betrogen hat, als er öffentlich zugegeben hat“, schrieb Norwegens Schach-Weltmeister Magnus Carlsen in einem offenen Brief am Montag auf Twitter.

Betrug - das Wort ist jedenfalls auf dem Markt, und es hat eine Druckwelle ausgelöst, deren Folgen die Welt der Denker und Strategen wohl ordentlich durchschütteln werden.

Schach-Fehde zwischen Carlsen & Nieman eskaliert

Niemanns Fortschritte, so Carlsen, seien „ungewöhnlich“, bei einem der letzten Duelle habe er den Eindruck gehabt, Niemann sei „nicht angespannt und noch nicht einmal voll konzentriert auf das Spiel in kritischen Positionen“ gewesen: „Während er mich mit Schwarz auf eine Weise ausspielte, wie es meiner Meinung nach nur eine Handvoll Spieler können.“

Mit seiner Behauptung, für die er freilich noch keinerlei Beweise vorlegte, steht Carlsen nicht alleine da. Schon einen Tag vor dem aufsehenerregenden Tweet des Norwegers hatte FIDE-Meisterin Yosha Iglesias auf ihrem YouTube-Kanal eine Analyse präsentiert, die für Niemann in der jüngeren Vergangenheit einige sogenannte 100-Prozent-Spiele auswies.

Ein Wert, den in dieser Häufigkeit normalerweise nur ein Schach-Computer erreicht. „Das Ergebnis hat mich schockiert“, sagte die FIDE-Meisterin gegenüber NRK.

Zum Vergleich: Das gleiche Analyse-Modell hatte im Fall von Carlsen und dem mehrfachen Weltmeister Garri Kasparow Standard-Werte von rund 70 Prozent ergeben.

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Der einzige Spieler, der jemals einen ähnlichen hohen Wert erreicht hatte wie Niemann, war 2011 der Franzose Sébastien Feller (98 Prozent), dem im Nachhinein Betrug nachgewiesen werden konnte.

Analyse lässt tief blicken

„Menschen spielen solche Partien nicht. Und sie hat gezeigt, dass Niemann viele dieser Partien gespielt hat“, gab auch der norwegische Schach-Experte Atle Grønn mit Blick auf Niemann zu bedenken.

Doch wie erdrückend ist diese Analyse tatsächlich?

So oder so: Carlsen möchte jedenfalls nicht mehr „gegen Leute spielen, die in der Vergangenheit wiederholt betrogen haben, weil ich nicht weiß, wozu sie in Zukunft in der Lage sind“.

Mehr könne er im Moment nicht sagen, „ich hoffe aber, dass die Wahrheit in dieser Sache herauskommt, was immer sie sein mag.“

Immerhin hat Niemann selbst zugegeben, im Alter von 16 Jahren bei virtuellen Turnieren zweimal betrogen zu haben. Er bereue das heute zutiefst, versicherte Teenager, und er schäme sich dafür.

Er sei bereit, komplett nackt zu spielen, um zu beweisen, dass er keine Hilfsmittel nutze: „Ich weiß, dass ich sauber bin.“

Niemann gab schon einmal Betrug zu

Vor einer Woche war Carlsen im Rahmen eines hochkarätig besetzten Onlineturniers auf den 19-jährigen Niemann getroffen - und beendete die Partie nach einem Zug kommentarlos.

Schon Anfang September hatte sich Carlsen, der seit 2013 Schach-Weltmeister ist, nach einer überraschenden Niederlage gegen den Amerikaner aus einem Präsenz-Turnier zurückgezogen.

Aber wie funktioniert denn überhaupt Betrug im Schach? Eric Hansen etwa, Großmeister aus Kanada, sprach öffentlich über die Möglichkeit, mithilfe von Analkugeln Vibrationssignale zu empfangen, um die nächsten Züge zu planen.

Schach-Betrug - mit Analkugeln-Vibration?

Dann gibt es da noch das sogenannte „Touch-Move-Regel“, die besagt, dass eine Figur, die berührt wurde, auch dann gespielt werden muss, wenn sich der Spieler kurzfristig umentschieden hat. Sobald die Figur losgelassen wird, darf kein Zug mehr damit gemacht werden.

Ausgerechnet einer der berühmtesten Namen der Schach-Geschichte hat es damit nicht so genau genommen: Der mehrfache Weltmeister Garri Kasparow gewann 1994 eine WM-Partie gegen die Ungarin Judit Polgar, nachdem er eine Figur losgelassen und eine andere gespielt hatte.

Videoaufzeichnungen zeigten, dass Kasparow die Hand eine Viertelsekunde lang von einer Figur genommen hatte, um sich neu zu orientieren - offiziell belangt wurde er deshalb nie. Die Partie gewann er.

Und Niemann? Der hat zu den neuerlichen Vorwürfen noch immer nicht Stellung bezogen.

Bekannt wurde am Dienstag indes, dass der 19-Jährige ungeachtet aller Vorwürfe an einem weiteren Großturnier teilnimmt, im Aufgebot der US Chess Championships vom 5. bis 19. Oktober in St. Louis steht.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)