Schwebebalken-Europameisterin Emma Malewski (Chemnitz) und der Barren-Olympiazweite Lukas Dauser (Unterhaching) haben in Rüsselsheim die zweite Qualifikation für die Turn-Weltmeisterschaften in Liverpool (29. Oktober bis 6. November) gewonnen.
Kunstturnen: Malewski und Dauer siegen in Rüsselsheim
Kunstturnen: Malewski und Dauer siegen in Rüsselsheim
Die 18-jährige Malewski siegte mit 50,332 Punkten vor Anna-Lena König (Bodersweier/49,866) und Karina Schönmaier (Buchholz/49,70). Die erste Leistungsüberprüfung zwei Wochen zuvor in Ketsch hatte die Schülerin noch wegen einer Verletzung am Zeh auslassen müssen. "Es war kein perfekter Wettkampf", sagte sie, dennoch sei sie "sehr glücklich".
Dauser, der sein WM-Ticket nach dem Sieg bei der ersten Qualifikation in Kienbaum bereits in der Tasche hatte, verwies mit 82,732 Punkten den EM-Dritten am Pauschenpferd, Nils Dunkel (Halle/82,632), knapp auf den zweiten Platz. Der Cottbuser Lucas Kochan (79,398) wurde Dritter.
Aus der Frauen-Riege, die bei der EM im August in München eine historische Bronzemedaille im Teamwettbewerb geholt hatte, waren neben Malewski auch noch die WM-Zweite am Schwebebalken, Pauline Schäfer-Betz (Chemnitz), und Stufenbarren-Europameisterin Elisabeth Seitz (Stuttgart) am Start. Beide traten nicht an allen Geräten an.
Seitz war nach einer Corona-Erkrankung erst in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen. An ihrem Paradegerät sorgte sie trotz eines abgespeckten Programms mit 13,566 Punkten für die Höchstwertung an diesem Tag. Schäfer-Betz musste bei dem nach ihr benannten Schäfer-Salto den Balken verlassen. Die frühere Weltmeisterin hatte wegen einer Zerrung am Oberschenkel zuletzt wenig trainiert.
Obwohl die offizielle Nominierung noch aussteht, dürfen Seitz und Schäfer-Betz ebenso wie Malewski und Schönmaier, die die erste Qualifikation gewonnen hatte, von einem WM-Einsatz ausgehen. Die Besetzung des fünften Platzes will sich Bundestrainer Gerben Wiersma so lange wie möglich offen halten. Bei den Männern galt die EM-Riege von München mit Dauser, Dunkel, Kochan, Toba und dem diesmal viertplatzierten Hannoveraner Glenn Trebing schon im Vorfeld als so gut wie gesetzt.