Das Präsidium des Deutschen Turner-Bundes (DTB) sieht trotz der kürzlich aufgenommenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die sich unter anderem gegen den DTB-Präsidenten Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst richten, derzeit „keine Veranlassung für personelle Konsequenzen“. Dies teilte der Verband am Freitag mit. Zuvor hatte der DTB eine Kanzlei mit der Prüfung der Einleitungsverfügung beauftragt.
Missbrauchsvorwürfe: DTB sieht keinen Anlass für personelle Konsequenzen
DTB zieht keine Konsequenzen
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte Ende Januar im Rahmen der Missbrauchsvorwürfe am Kunst-Turn-Forum Stuttgart ein Ermittlungsverfahren unter anderem gegen Hölzl und Gutekunst eingeleitet. Die Überprüfung durch die beauftragte Kanzlei komme zu dem Ergebnis, „dass sich eine Strafbarkeit der beschuldigten DTB-Funktionäre auf Grundlage der Einleitungsverfügung nicht nachvollziehen lasse“, heißt es in einer Mitteilung des DTB.
Die Einleitungsverfügung enthalte sowohl Ausführungen zu dem von der Staatsanwaltschaft derzeit angenommenen Sachverhalt als auch zu dessen rechtlicher Bewertung. Weitere aktuelle Informationen aus der Ermittlungsakte liegen dem DTB bislang nicht vor, die Rechtsanwälte haben laut Verband Antrag auf Akteneinsicht gestellt.
DTB will Ermittlungen „weiterhin sehr ernst“ nehmen
Der DTB betonte, „die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart weiterhin sehr ernst“ zu nehmen. Man wolle die Ermittlungen nach wie vor unterstützen und nach Akteneinsicht gegenüber der Staatsanwaltschaft Stellung nehmen. Hölzl hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens erklärt, dass er „über die gegen mich persönlich erhobenen Vorwürfe und die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens überrascht“ sei. „Auf Basis der mir vorliegenden Sach- und Rechtslage“ sehe er „keinen Anlass, mein Amt als Präsident des Deutschen Turner-Bundes niederzulegen oder ruhen zu lassen.“
Auch der Schwäbische Turnerbund (STB) hatte im Januar in einer Mitteilung erklärt, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ausgeweitet habe und dass sich diese nun auch „gegen Funktionsträger“ des STB richteten.
Zu Beginn des vergangenen Jahres waren Missbrauchsvorwürfe von teils ehemaligen Athletinnen gegenüber Trainerinnen und Trainern an den Stützpunkten in Stuttgart und auch in Mannheim aufgekommen. Bereits seit Monaten laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen mutmaßlicher körperlicher und seelischer Gewalt.