Nach dem größten Erfolg ihrer Fechtkarriere verfolgt Weltmeisterin Larissa Eifler weitere Ziele – auch außerhalb der Planche. Durch ihren Sensationssieg in Hongkong wolle die 27-Jährige „etwas antreiben“, erklärte sie im Gespräch mit der ARD-Sportschau, sie hoffe, „dass ich die Sichtbarkeit, die mir gerade gegeben wird, nutzen kann, um ein Vorbild für junge Fechterinnen zu sein.“ Dabei verlief auch Eiflers Weg nicht immer geradlinig.
Nach Sensations-Gold: Eifler will "etwas antreiben"
Sensations-Gold soll inspirieren
Sie stand „noch nie auf so einem Podium“, erklärte die Säbelfechterin nach ihrer ersten internationalen Medaille, „das dann direkt bei so einer Weltmeisterschaft zu erleben, war überwältigend.“ Mit Siegen über mehrere Weltklassegegnerinnen hatte sich die Psychologiestudentin aus Köln als Nummer 33 des Rankings sensationell bis ins Finale gekämpft und dieses nach starkem Comeback gewonnen.
„Innerlich“, erzählte Eifler, habe sie „immer daran geglaubt, dass mein Tag irgendwann kommen wird. Und daran, dass ich zu den Besten der Welt gehöre.“ Dabei hatte die Athletin ihr großes Ziel, die Olympischen Spiele in Paris, vor zwei Jahren noch verpasst. Jahrelang habe sie darauf „hingearbeitet und musste dafür viel hintenanstellen“, sagte sie: „Als es dann nicht geklappt hat, ist etwas weggebrochen, ich bin in ein Loch gefallen.“
Auszeit zahlt sich für Eifler aus
Im Anschluss zog sich Eifler für ein halbes Jahr aus dem Wettkampfsport zurück. Ihr Weg zeige nun, „dass das die richtige Entscheidung war“. Durch die Auszeit konnte die Athletin, die bis heute ihre mentalen Themen mit einem Psychologen aufarbeitet, wieder „Motivation und den Spaß am Fechten“ finden, sie habe „damit mehr gewonnen als verloren“.
Mit ihrer Sensationsleistung hatte Eifler für den ersten deutschen WM-Sieg im Einzel seit 16 Jahren gesorgt, der letzte Sieg einer Frau liegt sogar noch länger zurück. 2007 war es die spätere Olympiasiegerin Britta Heidemann, die eine Generation junger Fechterinnen inspirierte. Heute könnte dies vielleicht Eifler tun.