Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will bei der Rückkehr russischer Sportler in den Weltsport wachsam agieren. „Wir sind nicht naiv“, sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli der Nachrichtenagentur AFP am WADA-Hauptsitz der Agentur in Montreal: „Wir werden wachsam sein, denn andere Athleten werden nach Zusicherungen suchen.“
Kehren russische Athleten für Olympia 2028 zurück?
„Wir werden wachsam sein“
Durch den Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Anfang Juli, russische Athleten wieder regulär und unter eigener Flagge zu internationalen Wettkämpfen zuzulassen, war auch die Tür zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles geöffnet worden. Russland war in der Vergangenheit des systematischen, staatlich organisierten Dopings überführt worden. Dort gibt es aktuell kein akkreditiertes Dopingkontrolllabor, weshalb alle Proben von Olympia-Anwärtern im Ausland analysiert würden, so Niggli.
„Sie können nicht mehr wie in Sotschi ihre eigenen Manipulationen vornehmen. Das ist derzeit nicht möglich“, versicherte er und verwies auf eine IOC-Forderung, das Kontrollsystem für russische Athleten zu verstärken, einschließlich mehrfacher Kontrollen für jeden russischen Staatsbürger, der sich voraussichtlich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren werde.
WADA blockiert RUSADA-Rückkehr
Die Wiederaufnahme des russischen Anti-Doping-Labors kann die WADA aktuell wegen des fortlaufenden Angriffskrieges in der Ukraine nicht in Betracht ziehen. „Die RUSADA (die russische Anti-Doping-Agentur) hält sich nach wie vor nicht an den Kodex. Um zu prüfen, ob sie die Vorschriften einhält oder nicht, müssen wir ein Prüfverfahren durchführen – ein persönliches Prüfverfahren in Moskau“, sagte WADA-Präsident Witold Banka.