Gewichtheber starten Olympia-Mission
Bei den Spielen in Paris fehlten Deutschlands Gewichtheber. Mit der Weltmeisterschaft im chinesischen Ningbo startet nun der nächste Olympia-Anlauf.
Für Deutschlands Gewichtheber beginnt der Olympia-Traum an der chinesischen Küste. In der Hafenstadt Ningbo, über 10.000 Kilometer Luftlinie von Los Angeles entfernt, eröffnet die Weltmeisterschaft den langen Marathon um die begehrten Tickets für die Sommerspiele.
Mit überzeugenden Auftritten wollen die Athletinnen und Athleten des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) die ersten Schritte Richtung Kalifornien gehen – in Paris hatten die Wettbewerbe um Gold, Silber und Bronze 2024 noch gänzlich ohne deutsche Beteiligung stattgefunden.
Olympia-Rückkehr über allem beim BVDG
Es gebe „keinen Tag“, an dem er nicht an Olympia denke, sagte BVDG-Sportdirektor Michael Vater im SID-Gespräch, „weil man sich immer überlegt, wie man das System verbessern kann, um die Zielstellung zu erreichen“. Die Rückkehr auf die olympische Bühne steht über allem, da spielt auch ein mögliches WM-Edelmetall nur eine untergeordnete Rolle.
Für den BVDG treten bei den Frauen Lisa Marie Schweizer (-69kg) und Yekta Jamali (-86kg) in Ningbo an, bei den Männern Lucas Müller (-85kg) und Robert Gutu, der am Samstag in der Klasse -75kg aus deutscher Sicht eröffnet. Die Chancen müsse man „realistisch einschätzen“, sagte Vater: „Mit den vier Personen werden wir keine Medaille holen bei der Weltmeisterschaft. Es geht uns vor allem darum – und das ist sehr anspruchsvoll -, unter die besten acht, die besten zehn zu kommen.“
Qualifikation: Deutsche setzen auf Timing
Die Qualifikation ist in zwei Perioden aufgeteilt. Zur ersten zählen sechs Wettkämpfe, aus denen die drei besten Zweikampf-Ergebnisse addiert werden, zur zweiten vier, von der nochmal die zwei stärksten Resultate dazukommen. Die fünf kombinierten Ergebnisse fließen in das finale Ranking ein, über das sich pro Gewichtsklasse die besten acht Gewichtheberinnen und Gewichtheber für Los Angeles qualifizieren. Weitere Startplätze werden unter anderem an den Gastgeber USA vergeben.
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Allerdings sind in China aus deutscher Sicht nicht alle Kandidatinnen und Kandidaten am Start. Unter anderem fehlen mit Enzo Kuworge, Raphael Friedrich und Kiara Klug noch drei deutsche Hoffnungsträger, die später einsteigen. „Mit den maximal zehn Qualifikations-Wettkämpfen müssen wir auch die Einsätze strategisch planen und gezielt diese Leistungen aufbauen“, sagte Vater.