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Bittere Abrechnung mit der DTM

Bittere Abrechnung mit der DTM

Liam Lawson übt nach dem umstrittenen Ende der DTM-Saison 2021 Kritik an der Traditionsserie. Und zieht persönliche Konsequenzen.
Der neue DTM-Champion Maximilian Götz spricht im „AvD Motor & Sport Magazin“ auf SPORT1 über seinen Überraschungscoup.
. SPORT1
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von Robin Klausmann

Das Saisonfinale der DTM Trophy war ein riesiger Aufreger - und die Wunden beim großen Verlierer sind nicht verheilt.

Der Neuseeländer Liam Lawson, tragischer Held beim Saisonfinale am Norisring, hat nun eine Abrechnung mit der Rennserie vollzogen - und sich im Zorn verabschiedet.

“Wie die Saison endete, hatte ich nicht erwartet oder kommen sehen und das ist nichts, wovon ich in Zukunft ein Teil sein möchte“, sagte der 19 Jahre alte Red-Bull-Junior bei Motorsport.TV in einem Interview mit Moderator Will Buxton.

Lawson nicht nur auf van der Linde sauer

Der vorherige Gesamtführende Lawson war im DTM-Finale der abgelaufenen Saison mit Kelvin van der Linde kollidiert, woraufhin er das Rennen nach kurzer Zwangspause mit seinem beschädigten Fahrzeug und vier Runden Rückstand fortsetzen musste. Sein für Mercedes AMG fahrender Konkurrent Maximilian Götz gewann das Rennen und sicherte sich durch den großen Rückstand des Neuseeländers die Meisterschaft.

Lawson hatte schon unmittelbar nach dem Vorfall geflucht, van der Linde - der inzwischen um Entschuldigung gebeten hat - sei der „unfairste“ Fahrer, mit dem er je konkurriert hätte. Nun fügte Lawson auch hinzu, dass er zusätzlich erbost war, weil van der Linde schon im Samstagsrennen ein ähnliches Manöver gegen ihn misslungen war: „Man könnte annehmen, dass die Leute aus ihren Fehlern lernen.“

Ähnliche Kritik hatte bei SPORT1 auch Götz geübt, dabei aber auch Lawson nicht von Vorwürfen ausgenommen (“Sie haben sich beide selbst aus dem Rennen genommen, weil der Druck vielleicht größer war als bei mir“).

Doch nicht nur die verlorene Meisterschaft, auch der Umgang mit ihm und seinem Team durch die Konkurrenz stießen Lawson übel auf.

„Wir wurden die ganze Saison lang über die Medien von den anderen Teams attackiert. Es hieß, wir würden anders behandelt werden und so Sachen, was ein kompletter Witz ist“, ärgerte sich der AF-Corse-Ferrari-Pilot.

Stallregie in der DTM? „Nicht so cool“

Unrühmlicher Höhepunkt sei dann das erwähnte Renn-Wochenende am Norisring gewesen. „Da habe ich das Gefühl gehabt, dass sie uns definitiv im Visier haben“, erklärte Lawson und kritisierte auch die Taktik der Mercedes-AMG-Piloten gegen seinen Teamkollegen Nick Cassidy.

„Nachdem mein Auto kaputt war, war Nicks Auto das einzige verbleibende. Nachdem er durchs Feld gepflügt war, war klar, dass er irgendwann gegen fünf oder sechs Mercedes kämpfen würde“, so Lawson: „In den letzten paar Runden fuhr man ihm auf der Geraden absichtlich ins Auto und so weiter, um sicherzustellen, dass er auf keinen Fall durchkommt.“

Auch die Stallregie zu Gunsten von Sieger Götz - Lucas Auer hatte ihn wie eins Rubens Barrichello Michael Schumacher in der Formel 1 passieren lassen - fand Lawson „nicht cool“ und stellte es als ein Element heraus, das ihm an der DTM missfalle.

Es war die Szene des Tages: Liam Lawson im Redbull kollidiert mit Kelvin van der Linde (1.v.r.) und muss seine Titelträume dadurch begraben
Es war die Szene des Tages: Liam Lawson im Redbull kollidiert mit Kelvin van der Linde (1.v.r.) und muss seine Titelträume dadurch begraben


Lawson war noch immer anzumerken, dass er versuchte, diplomatisch zu sein: Er betonte, von den kritisierten Vorfällen abgesehen sei seine Saison „fantastisch“ gewesen. Eine weitere wird es für ihn in der DTM aber vorerst nicht geben: Neben einigen Formel-1-Testeinsätzen wird er sich wieder voll auf die Formel 2 konzentrieren.

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