Ferrari-Aufschwung ohne Vettel

Ferrari-Aufschwung ohne Vettel

Beim Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien läuft bei Sebastian Vettel viel schief. Vom Aufschwung der Scuderia kann der Deutsche noch nicht profitieren.
Der deutsche Formel-1-Pilot steht beim Großen Preis von Großbritannien vor einem Karriere-Meilenstein.
Sebastian Vettel vor 3000. Karriere-Punkt
01:10
Franziska Wendler
von F. Wendler
am 2. Aug

Es lief mal wieder nicht rund für Sebastian Vettel.

Beim Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien schaffte es der Ferrari-Pilot gerade einmal auf Rang zehn. Viel zu wenig für die Ansprüche eines viermaligen Weltmeisters (Formel 1, Großer Preis von Großbritannien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

Im dritten Qualifying-Abschnitt war der 33-Jährige von der Strecke abgekommen. Seine schnellste Runde wurde ihm infolgedessen gestrichen. Allzu traurig war Vettel darüber aber nicht. "Dann wäre ich halt Neunter statt Zehnter geworden", stellte er konsterniert fest.

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Viele Probleme am Auto von Vettel

Doch der Ausritt neben die Strecke war nicht das Erste, was an diesem Rennwochenende suboptimal verlief. Schon am Freitag hatte es beim Boliden des Deutschen gehakt. Erst war eine Ladeluftkühlung undicht, dann sorgte ein lockeres Bremspedal für Ärger. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Viel Zeit zum Testen und Eingewöhnen blieb dabei nicht, und das sollte sich im Qualifying rächen. "Ich habe nie den Rhythmus gefunden, und der ist in Silverstone wichtig. Das Auto war in Ordnung, aber es wollte nicht so, wie ich wollte."

Das Resultat der fehlenden Einigkeit war nicht nur Rang zehn, sondern auch ein Rückstand von 0,9 Sekunden auf Teamkollege Charles Leclerc. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Ferrari in Silverstone schneller als zuvor

Vettel-Fans und Verschwörungstheoretiker sehen in der Tatsache, dass Vettel mit deutlich mehr Problemen am Auto zu kämpfen hat, eine Bevorteilung des Monegassen durch die Scuderia. Davon wollte Vettel aber nichts wissen. "Das war Zufall und keine böse Absicht. So etwas passiert. Mein Problem war halt, dass ich so viel Zeit verloren habe. Das hat nicht geholfen, das aus dem Auto rauszuholen, was offensichtlich in ihm steckt", so der viermalige Weltmeister.

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Dass in dem Ferrari-Boliden ganz offensichtlich mehr drinsteckt als bei den vergangenen Rennen, zeigten die Geschwindigkeitsmessungen. So hoffnungslos weit weg wie an den ersten drei Wochenenden war der Ferrari auf dem Silverstone Circuit nicht. Mit durchschnittlich 2,5 km/h weniger fiel der Rückstand auf die Silberpfeile sogar noch vergleichsweise moderat aus.

Und auch die Tatsache, dass Leclerc mit nur einem Zehntel Rückstand auf Verstappen auf Rang vier landete, lässt die Mechaniker in Maranello hoffen.

Vettel startet von Rang zehn

Vettel konnte vom verbesserten Top Speed dagegen nicht profitieren. Zudem büßte er vor allem in den schnellen Kurven im Vergleich zu seinem Teamkollegen immer wieder Zeit ein.

"Morgen stehen wir auf den falschen Reifen am Ende der Schlange, also am Ende der Top 10. Das wird kein Zuckerschlecken", stellte der 33-Jährige nach dem Qualifying ernüchtert fest.

Dass er mit den Soft anstatt den Medium-Reifen in das Rennen gehen muss, dürfte für den Deutschen dabei jedoch nur noch ein kleines Ärgernis sein: "Ich bin relativ zuversichtlich, dass es morgen besser wird. Wie viel weiß ich nicht, ich kann nichts versprechen, aber viel schlimmer kann es nicht werden."