Schumacher? Das sagt der Haas-Boss

Schumacher? Das sagt der Haas-Boss

Sind Mick Schumacher oder Nico Hülkenberg Optionen für sein Formel-1-Team? Günther Steiner bezieht im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 Stellung.
Im AvD Motorsport Magazin spricht Haas-Teamchef Günther Steiner über die Leistungen von Sebastian Vettel, eine Verpflichtung von Mick Schumacher und die Zukunft von Nico Hülkenberg.
Steiner: Darum ist Vettel bei Ferrari nicht gescheitert
14:44
Martin Hoffmann
von M. Hoffmann
am 18. Okt

Könnte das Haas F1 Team im kommenden Jahr zur neuen Heimat eines deutschen Fahrers werden?

Teamchef Günther Steiner, der sich bei der Besetzung beider Cockpits noch nicht festgelegt hat, hat im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 den Stand der Planungen skizziert - und ob Mick Schumacher oder Nico Hülkenberg darin eine Rolle spielen könnten.

Haas-Cockpits für 2021: Ferrari spielt Schlüsselrolle

"Wir schauen immer nach jungen Fahrern, auch für nächstes Jahr", sagte der Südtiroler, der auch für seine offenherzigen Auftritte in der Netflix-Doku "Drive to survive" bekannt ist: "Wir müssen mit Blick auf 2022 sicherstellen, dass die nächstes Jahr schon in unserem Auto sitzen, denn nächstes Jahr wird bestimmt ein Übergangsjahr."

Die Auswahl sei groß, in der Formel 2 gebe es "sehr viele Talente", die den Sprung machen könnten.

Eine Schlüsselrolle spielen die Interessen und Wünsche des Motorenpartners mit Blick auf dessen Talentförderungsprogramm: "Wir arbeiten sehr eng mit Ferrari zusammen, daher werden es, wenn wir aus der Formel 2 Fahrer holen, höchstwahrscheinlich Ferrari-Fahrer sein."

Aktuell fahren für Haas Romain Grosjean (34) und Kevin Magnussen (28).

Mick Schumacher? "Wäre bestimmt nicht dagegen"

Ist Mick Schumacher ein Kandidat, einen der beiden Plätze zu besetzen? Die Zeichen deuten eher auf ein Engagement bei Alfa Romeo hin, aber sollten sich die Vorzeichen ändern: Steiner würde dem Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher die Tür nicht zuschlagen.

"Da wäre ich bestimmt nicht dagegen", antwortete Steiner auf die Frage, ob er Schumacher nehmen würde, im selben Atemzug schränkte er aber ein: "Die Entscheidung, wen Ferrari weiterschickt, liegt bei Ferrari, nicht bei uns. Wir können sagen, wir wollen den oder jenen, aber ich kenne nicht die Verträge, die Ferrari mit den Junioren hat."

Eine Bereicherung für die Königsklasse wäre Mick Schumacher in jedem Fall: "Wer möchte nicht gern einen Schumacher zurück in der Formel 1? Speziell in der Form, wie er aktuell in der Formel 2 ist."

Benetton-Ford's team manager Flavio Briatore (R) hugs German driver Michael Schumacher after his victory in the Monaco Formula One Grand Prix on May 15, 1994. (Photo by Christophe SIMON / AFP)        (Photo credit should read CHRISTOPHE SIMON/AFP via Getty Images)
1991 feiert Schumi auf dem Circuit de Spa-Francorchamps sein Formel-1-Debüt im Jordan-Ford. Es sollte der Beginn einer einzigartigen Karriere werden
Die Unterbringung ist 1991 wenig luxoriös. Schumacher: "Die Geschichte, dass wir in einer Jugendherberge wohnten, ist bekannt. Ich habe mich auch etwas gewundert. Ich dachte, wir sind jetzt in der Formel 1, und das ist die Königsklasse. Willi (Weber, d. Red.) hat schon ein bisschen das Gesicht verzogen, als er die Zimmer sah"
Des einen Freud, des anderen Leid: Schumi verdankt seinen Einsatz der Tatsache, dass Stammpilot Bertrand Gachot im Gefängnis sitzt, weil er einen englischen Taxifahrer nach einem Streit um die Höhe der Rechnung mit Reizgas besprüht. Auf der Strecke haben die Fans ihren Protest gegen die Inhaftierung des Brasilianers niedergeschrieben
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Nico Hülkenberg? "Wir wissen was, er kann"

"Ich habe die letzten Wochen nicht mehr mit Nico gesprochen", sagte Steiner - Verhandlungen würden aktuell keinen Sinn ergeben: "Wir müssen als Team wissen, was wir wollen, bevor wir auf die Leute zugehen. In der F1 ist Nico sehr respektiert. Wir wissen, was er kann. Aber wir schauen, was das Beste für uns ist. Wir verhandeln nicht mit Leuten ohne zu wissen wo wir hinwollen. Ich finde es unehrlich, mit Leuten zu reden und sie dann fallen zu lassen."

Dieselbe Ansage machte Steiner auch in Richtung des russischen Formel-2-Piloten und Milliardärssohns Nikita Mazepin - dessen Vater Dmitry auch Interesse nachgesagt wird, Haas zu kaufen: "Herr Mazepin senior möchte, dass sein Sohn in der Formel 1 fährt. Und sein Sohn möchte es wahrscheinlich sogar noch mehr. Aber wir müssen erst entscheiden, wo wir hinwollen. Erst danach setzen wir uns mit den Leuten zusammen, die Interesse daran haben, mit uns zu arbeiten."