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Ferraris Schwäche hilft Vettel

Ferraris Schwäche hilft Vettel

Sebastian Vettel hat mit seinem Ferrari zu kämpfen. Im Hinblick auf seinen nächsten Arbeitgeber profitiert er aber von jeder schlechten Platzierung mit den Roten.
Sebastian Vettel (h.) wird im kommenden Jahr Teamkollege von Lance Stroll
Sebastian Vettel (h.) wird im kommenden Jahr Teamkollege von Lance Stroll
© Getty Images
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von SPORT1

Vier Rennen noch, dann ist die Zeit von Sebastian Vettel bei Ferrari vorbei.

Vier Rennen also, bei denen der viermalige Weltmeister vermutlich nicht allzu viele Punkte einsammeln wird, so wie schon die ganze Saison. In 13 Rennen reichte es für den 33-Jährigen zu gerade einmal 18 Punkten. Zum Vergleich: Spitzenreiter Lewis Hamilton steht bei 282 Zählern.

Doch so sehr sich Vettel über sein schwer zu steuerndes Auto und die schlechten Platzierungen ärgert, so sehr dürfte er sich darüber im Hinblick auf das nächste Jahr und sein dann beginnendes Engagement bei Racing Point freuen.

Denn nur durch die Schwäche von Vettel und Ferrari hat Racing Point die Chance auf die beste Saison der Team-Historie: Hinter Mercedes und Red Bull winkt Rang drei in der Konstrukteurs-WM - ein Erfolg, der dem Rennstall pünktlich zu Vettels Ankunft einen millionenschweren Bonus bringen würde.

Harter Kampf für Racing Point

Und im Kampf um Platz drei geht es aktuell äußerst eng zu. Racing Point und McLaren stehen bei jeweils 134 Punkten, Renault hat einen Zähler mehr. Ferrari wiederum liegt mit nur 103 Punkten und einem Abstand von mehr als 30 Punkten weit zurück. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Damit es nach der Saison für die rosa Flitzer von Racing Point, die ab nächster Saison als Aston Martin an den Start gehen werden, auch ordentlich Geld gibt, wäre Rang drei unerlässlich. Denn die Ausschüttung der Gelder richtet sich zum großen Teil nach der Abschlussplatzierung. 

In coronafreien Jahren lag der Unterschied zwischen Rang drei und Rang sechs bei deutlich mehr als zehn Millionen Euro. Auch in der Krise würde die "Bronzemedaille" einen Betrag einbringen, der für ein Team dieser Größenordnung einen echten Unterschied macht.

Und Racing Point gilt momentan tatsächlich als drittstärkste Kraft. Aus den verschiedensten Gründen verlor das Team in diesem Jahr Punkte, für den Endspurt liegt es trotzdem gut im Rennen. Und scheint nun bestens gerüstet. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Mitarbeiter freuen sich auf Vettel

Der pinke Rennwagen war als Kopie des Vorjahres-Mercedes in die Saison gegangen, das Team hatte dafür Kritik geerntet und auch einen 15-Punkte-Abzug kassiert. In den vergangenen Wochen brachte Racing Point aber umfangreiche Updates, die gut funktionieren.

Nach dem Wechsel von Sebastian Vettel sind noch wenige Cockpits frei
Mercedes' Finnish driver Valtteri Bottas steers his car during the second practice session for the Formula One Styrian Grand Prix on July 10, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Joe Klamar / various sources / AFP) (Photo by JOE KLAMAR/AFP via Getty Images)
Mercedes' British driver Lewis Hamilton steers his car during the second practice session for the Formula One Styrian Grand Prix on July 10, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Joe Klamar / various sources / AFP) (Photo by JOE KLAMAR/AFP via Getty Images)
Ferrari's Monegasque driver Charles Leclerc addresses the drivers' press conference ahead of the Formula One Styrian Grand Prix on July 9, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Bryn Lennon / POOL / AFP) (Photo by BRYN LENNON/POOL/AFP via Getty Images)
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Fahrerkarussell: Das Vettel-Beben und die Folgen

Das Team emanzipierte sich damit vom Silberpfeil-Design. Und machte auch Vettel nochmal deutlich, dass für die kommenden Jahre mit starken eigenen Ideen zu rechnen ist. "Wenn er nur die Tür zur Fabrik aufmacht, wird das die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters steigern", sagt Andy Green, Technikchef bei Racing Point: "Sebastian wird uns unheimlich viel helfen."

Auch damit, dass er in diesem Jahr für Ferrari so erfolglos fährt.

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mit Sport-Infomations-Dienst (SID)