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Hamilton: F1 Milliardärsclub für Jungs

Hamilton: F1 Milliardärsclub für Jungs

Lewis Hamilton sieht einige große Probleme in der Formel 1. Für ihn ist die Königsklasse zu einem Milliardärsclub für Jungs geworden. Er vermisst Vielfältigkeit.
Formel-1-Titelanwärter Max Verstappen bekommt in der laufenden Saison ein zweites Heimspiel mit Red Bull in Österreich. Lewis Hamilton gefällt das nicht.
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von SPORT1

Weltmeister Lewis Hamilton hat ausführlich darüber gesprochen, was für ihn in der Formel 1 schiefläuft.

"Für mich leben wir in einer Zeit, in der es wirklich ein Milliardärsclub für Jungs ist. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich in einer normalen Arbeiterfamilie aufgewachsen bin - es gibt keine Chance, dass ich in dieser Position heute sein könnte", sagte der Mercedes-Pilot der Marca.

Der Brite war gefragt worden, was er über die talentierte Generation rund um Max Verstappen, Lando Norris und Charles Leclerc denkt, deren Begabungen er zuvor angepriesen hatte. (Fahrerwertung der Formel 1)

Doch für Hamilton haben alle jungen Kerle, die es aktuell in die Formel 1 schaffen, auch viel mehr Geld als andere talentierte Fahrer: "Ich denke, dass müssen wir für die Zukunft ändern. Es muss leichter zugänglich sein, für Leute aus reichen und mehr normalen Verhältnissen."

Bereits in der Netflix-Doku "Drive to survive" hatte Hamilton darüber gesprochen, wie schwer es für seine Familie war, ihn im Motorsport zu halten.

"Ich bin auf der Couch meines Vaters aufgewachsen, denn wir hatten kein Geld. Ich erinnere mich an den Kampf und wie schwer es für meine Mutter war. Sie hatte mehrere Jobs, damit meine zwei Schwestern und ich ein Dach über dem Kopf hatten", so der Brite.

Hamilton wünscht sich mehr Diversität in F1

Ein weiteres Problem, das Hamilton sieht und sehr bewegt, ist der Rassismus im Motorsport. Als der Rekord-Weltmeister gefragt wurde, ob er schon gegen andere farbige Piloten in seiner im Kartsport beginnenden Motorsport-Karriere gefahren sei, verneinte er.

"Mein Vater, mein Bruder und ich waren immer die einzigen farbigen Leute. Es war einfach normal für uns. Aber wir waren uns dessen immer bewusst. Es wurde normal, aber am Anfang war es sehr offensichtlich, dass wir nicht immer willkommen waren", sagte Hamilton.

Der 36-Jährige erklärte weiter: "Wenn ich heute aufhöre, haben wir einen asiatischen Fahrer (Yuki Tsunoda, Anm. d. Red.), aber keinen schwarzen Fahrer und auch keinen, der vor dem Durchbruch steht."

Für ihn ist der sportliche Erfolg in der Formel 1 daher aktuell nicht das Wichtigste. "Die sportliche Seite ist mein Leben, mein Job. Aber im Moment ist es die Nummer 2." Hamiltons großes Ziel lautet vielmehr, dass die Formel 1 und der Motorsport eine vielfältige Gesellschaft repräsentiert.

Mercedes' British driver Lewis Hamilton wins the Turkish Formula One Grand Prix at the Intercity Istanbul Park circuit in Istanbul on November 15, 2020. (Photo by TOLGA BOZOGLU / POOL / AFP) (Photo by TOLGA BOZOGLU/POOL/AFP via Getty Images)
ISTANBUL, TURKEY - NOVEMBER 15: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP celebrates winning a 7th F1 World Drivers Championship on the podium during the F1 Grand Prix of Turkey at Intercity Istanbul Park on November 15, 2020 in Istanbul, Turkey. (Photo by Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images)
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In "Drive to survive" hatte Hamilton ebenfalls über das Thema Rassismus gesprochen. 

Hamilton über schwierige Motorsport-Anfangszeit

"Jedes schwarze Kind in dieser Welt wird früher oder später Rassismus erleben. Das ist ein Fakt. Leute geben dir Namen und werfen das N-Wort herum, sagen dir, du sollst zurück in dein Land gehen, obwohl du in deinem eigenen Land bist", sagte der 36-Jährige.

Zu sehen ist zudem Hamilton in seiner Kindheit, wie er bereits mit acht Jahren über seine Erlebnisse spricht: "In den vergangenen Jahren musste ich mir so oft rassistische Namen anhören. Aber wenn zuletzt jemand so etwas zu mir gesagt hat, habe ich ihn einfach ignoriert."

Hamilton erklärte auch, dass sein Dad ihm bereits damals gesagt hatte, er müsse besonders vorsichtig sein, was er von sich gibt.

Zumindest etwas Gutes hat all dies für ihn aber hervorgebracht: Denn die schwierigen Bedingungen seiner Familie "und der Kampf mit der Akzeptanz haben das Biest kreiert, welches ihr auf der Strecke nun seht."