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Verstappens Verbündete als Titel-Schlüssel?

Verstappens Verbündete als Titel-Schlüssel?

Obwohl Max Verstappen weit vor Lewis Hamilton in den Türkei-GP startet, sieht er wenig Chancen. Helfen könnte Red Bull aber nicht nur Regen, sondern auch das Schwesterteam und ein Hamilton-Rivale.
Der Titelkampf in der Formel 1 zwischen Hamilton und Verstappen spitzt sich zu. Marc Surer äußert sich zur Favoriten-Frage.
Ralf Bach
von Ralf Bach
10.10.2021 | 11:03 Uhr

Die Ausgangslage für Red-Bull-Topstar Max Verstappen ist vor dem GP der Türkei eigentlich vielversprechend.

Der 24-Jährige startet auf Platz zwei neun Plätze vor dem Mercedes-Titelkonkurrenten Lewis Hamilton und hat so alles in der Hand, den 2-Punkte-Rückstand wettzumachen und wieder die WM-Führung zu übernehmen (Rennen heute ab 14 Uhr im LIVETICKER).

Die Zwangsversetzung Hamiltons bringt Verstappen einige Trumpfkarten, die im Titelkampf entscheidend werden könnten, unter anderem auch, dass der Brite erstmal an zwei Piloten von Red-Bull-Schwesterteam Alpha Tauri vorbei muss.

Auf den ersten Blick überrascht also, dass Verstappen pessimistisch auf das heutige Rennen blickt. Der Niederländer hat dafür aber gute Gründe, die Lage nicht allzu forsch zu bewerten (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Verstappen: „Hätte die Mercedes nicht schlagen können“

Nach seiner drittschnellsten Runde im Qualifying startet der Red-Bull-WM-Kandidat zwar wegen eines Motorwechsels von Pole-Mann Hamilton (zehn Startplätze Strafe) von Platz zwei, doch der Niederländer macht sich nichts vor.

„Ich habe auf der Geraden etwas Tempo verloren, aber auch ohne dieses kleine Problem hätte ich die Mercedes nicht schlagen können. Valtteri wird im Rennen wegfahren und Lewis wird auch nach vorne kommen. Es wird nicht einfach sein, Lewis hinter mir zu halten. Ich glaube nicht, dass wir morgen im Rennen mit Mercedes kämpfen können.“

Soll heißen: Nur Regen könnte helfen. Dann hätte Verstappen das überlegene Auto. Grund: Der Red Bull produziert mehr Abtrieb als der Mercedes, Verstappen hat zudem eine Abstimmung mit mehr Flügeln als die Mercedes gewählt.

Im Trockenen hat er auf der Geraden damit keine Chance. Im Nassen hätte er die Nase vorn. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Mercedes' British driver Lewis Hamilton wins the Turkish Formula One Grand Prix at the Intercity Istanbul Park circuit in Istanbul on November 15, 2020. (Photo by TOLGA BOZOGLU / POOL / AFP) (Photo by TOLGA BOZOGLU/POOL/AFP via Getty Images)
ISTANBUL, TURKEY - NOVEMBER 15: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP celebrates winning a 7th F1 World Drivers Championship on the podium during the F1 Grand Prix of Turkey at Intercity Istanbul Park on November 15, 2020 in Istanbul, Turkey. (Photo by Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images)
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Marko: „Alonso ist kein großer Hamilton-Fan“

Sein Chef sieht dagegen auch ohne Regen eine Chance für seinen Topstar.

Chefberater Helmut Marko zu SPORT1: „Es ist unglaublich, wie viel Power Mercedes beim Antrieb gefunden hat. Ich denke, im Renntrim sind wir trotzdem viel näher dran. Und so einfach wird es für Hamilton nicht, einfach nach vorne zu fahren. Da gibt es schon einige, die es ihm nicht so einfach machen.“

Marko weiter: „Ich denke da besonders an Pérez, Gasly, Tsunoda und Alonso. Alonso ist kein großer Hamilton-Fan, das haben wir ja schon öfters beobachten können.“ (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Red Bull setzt auf Schwesterteam AlphaTauri

Außer dem Spanier setzt Red Bull natürlich besonders auf seine drei eigenen Piloten.

Wie Alonso starten sowohl Verstappens Teamkollege Sergio Pérez als auch Pierre Gasly und Yuki Tsunoda vom Schwesterteam AlphaTauri vor Hamilton.

Marko: „Mercedes nutzt seine Kundenteams ebenfalls. Natürlich werden wir auch die Alpha-Tauri-Piloten strategisch für uns einsetzen. Aber es wird immer fair zugehen.“

Pérez will nichts von Hamilton-Bremse wissen

Allein: Offen zugeben, dass er als Hamilton-Bremse fungieren soll, will Pérez nicht.

„Ich hoffe, dass Lewis mich nicht bekommt, und dass ich früh im Rennen weit genug nach vorne komme, um mit den Führenden mitzuhalten“, sagt der Mexikaner.

Fernando Alonso startete zuletzt 2018 in der Formel 1 - für McLaren
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„Wenn das nicht klappen sollte, dann werde ich Hamilton wie jeden anderen Gegner behandeln und ihm das Leben nicht extra schwer machen. Ich will für mich selbst den bestmöglichen Job machen und werde es niemandem leicht machen.“

Tsunoda als Trumpf im Duell mit Hamilton?

Zünglein an der Waage könnte Red Bulls Rookie Tsunoda werden. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Er wird als einziger mit der weichen Reifenmischung starten. Gerade beim Start und den ersten vier bis fünf Runden hat man damit einen Vorteil. Erst danach lassen sie nach.

Der Japaner sagt vielsagend: „Ich muss versuchen, den Vorteil der weichen Reifen beim Start so gut wie möglich zu nutzen und so viele Autos wie möglich zu überholen.“

Fest steht: Red Bulls Ziel muss sein, Hamilton nicht direkt hinter Bottas kommen zu lassen. „Denn dann wird es einen Platztausch geben“, stellt Marko realistisch fest.

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