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Legende wütet gegen Vettel

Legende wütet gegen Vettel

Motorsport-Veteran Hans-Joachim Stuck ist fassungslos über Sebastian Vettels Einsatz für ein Tempolimit - und ist auch aus anderen Gründen „enttäuscht“.
Im „AvD Motor & Sport Magazin“ auf SPORT1 spricht Ruth Hofmann mit Ralf Schuhmacher. Außerdem ist Fabian Vettel, der ADAC GT4-Fahrer und jüngere Bruder von Sebastian Vettel, zu Gast.
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von SPORT1

Auf den ersten Blick scheint es nicht so recht zusammenzupassen.

Sebastian Vettel engagiert sich für Umwelt-Schutz, verdient sein Geld aber als Fahrer in der Materialschlacht Formel 1.

Dass sich der Star von Aston Martin auch noch für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen ausspricht, kommt bei so manchem überhaupt nicht gut an.

Motorsport-Legende Hans-Joachim Stuck schimpfte bei Eurosport, er sei angesichts dieser Aussagen „der Meinung, dass man ihm seinen Dienstwagen wegnehmen sollte - wo sind wir denn? Das geht einfach nicht.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Stuck von Vettel „enttäuscht“

Der 70-Jährige zeigt sich generell vergrätzt über Vettels Verhalten abseits des Cockpits: „Sebastian Vettel hat im Aston Martin in dieser Saison ein paar Highlights gesetzt, aber ansonsten muss ich sagen, dass ich persönlich ein wenig enttäuscht bin - da war nicht viel Besonderes dabei. Gerade bei solchen Aktionen wie in Zandvoort, als er einem Streckenposten den Feuerlöscher weggenommen hat, muss ich sagen, dass man so etwas nicht macht.“

Nähere Erläuterungen zu seinem Standpunkt machte Stuck nicht, betonte nur noch: „Sportlich gesehen kann er ohne Frage mithalten. Es gibt bei Vettel immer wieder Schwankungen, was allerdings auch an seinem Team liegt. Aus Sicht von Aston Martin ist die Saison insgesamt allerdings gut gelaufen - das macht Lust auf die Zukunft.“ (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

„Strietzel“ Stuck - in den Siebzigern mehrere Jahre lang in der Formel 1 aktiv - gewann zweimal die 24 Stunden von Le Mans, war 1990 DTM-Champion und ist seit Jahrzehnten eines der bekanntesten und umtriebigsten Gesichter der deutschen Motorsport-Szene.

Hans-Joachim Stuck wundert sich über Sebastian Vettel
Hans-Joachim Stuck wundert sich über Sebastian Vettel

Sebastian Vettel sieht Tempolimit als „No-Brainer“

Mit Blick auf die Bewältigung der Klimakrise und die Sicherheit auf den Strafen hatte sich Vettel erst Anfang Oktober deutlich positioniert und ein Tempolimit befürwortet.

„Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern ein größeres Bild. Es ist ein Weg, um bis zwei Millionen Tonnen an CO2-Emissionen einzusparen. Und es eignet sich vielleicht auch, um die Welt etwas sicherer zu machen. Wenn es hilft, auch nur einen Menschen davor zu bewahren, sich zu verletzen oder schlimmeres, ist das doch ein ‚No-Brainer‘“,

Auch im Gespräch mit SPORT1 hatte Vettel seine Haltung wiederholt bekräftigt und gegen Vorwürfe der Heuchelei verteidigt. „Wir müssen mit der Zeit gehen und mit unseren Ressourcen haushalten“, hielt er im Sommer fest: „Natürlich schwärme ich als Rennfahrer-Romantiker nach wie vor für schnelle Autos mit einem guten Sound. Aber ob das für die nächste Generation auch noch gilt? Wahrscheinlich interessiert sie sich gar nicht mehr so sehr für Zylinder, Hubraum und PS, sondern für Effizienz und Downsizing. Die Trends gibt es ja jetzt schon - genau wie die Entwicklung, dass der Führerschein nicht mehr das Wichtigste ist, wenn man gerade 18 geworden ist.“

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