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Formel 1: Yuki Tsunoda - ein "fauler Sack" mit Weltmeister-Potenzial

Fauler Sack mit Weltmeister-Potenzial

AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda übt nach seiner Rookie-Saison in der Formel 1 Selbstkritik - bekommt im Umkehrschluss aber auch Lob von seinem Teamchef Franz Tost.
Max Verstappen feiert seinen ersten Weltmeistertitel. Bei den niederländischen Fans gibt es kein Halten mehr, in England sitzt der Frust dagegen tief.
AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda übt nach seiner Rookie-Saison in der Formel 1 Selbstkritik - bekommt im Umkehrschluss aber auch Lob von seinem Teamchef Franz Tost.

Yuki Tsunoda hatte zuletzt Zeit und Muße, über sich selbst nachzudenken. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Der AlphaTauri-Youngster aus Japan war mit seinen Leistungen in seiner Debütsaison in der Formel 1 nicht zufrieden - und ging hart mit sich selbst ins Gericht.

Tsunoda machte zu wenig aus seinen Möglichkeiten, er holte zwar sieben Top-Ten-Plätze, aber der Erfolg seines Teamkollegen Pierre Gasly zeigt dann doch, dass die Schere zwischen Naturtalent und Ergebnissen noch zu weit auseinanderging.

Deshalb fluchte Tsunoda, der wegen seiner frechen Funkkommentare in seiner Debütsaison schon einen gewissen Kultstatus in der Formel-1-Fanszene hat, kürzlich über sich selbst: „Bis zu meinem Umzug nach Italien war ich ein fauler Sack.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Yuki Tsunoda machte wichtigen Schritt

Erst als er zur Saisonmitte zum Teamsitz nach Faenza umsiedelte, lernte er, was es heißt, auf hohem Niveau Formel-1-Fahrer zu sein. Teamchef Franz Tost persönlich kümmerte sich um ihn und brachte ihn auf den richtigen Weg.

Das fing mit gemeinsamen Frühstücken an, setzte sich mit regelmäßigen Gesprächen mit den Ingenieuren fort und endete oft mit Kartfahren auf irgendeiner der zahlreichen Bahnen in Norditalien. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Der Boss selbst sieht seinen Youngster dabei gar nicht so kritisch wie er selber das tut. „Ich wusste vorher, dass es auch für ein so großes Talent wie Yuki in seiner Debütsaison gar nicht so einfach werden würde“, erklärt der Tiroler bei SPORT1: „Er hat bewiesen, dass er einen extrem großen Grundspeed hat, wollte aber oft zu viel. Das gehört aber dazu, wenn sich junge Böcke die Hörner abstoßen.“

Für Tost hat der Japaner eine logische Entwicklung durchgemacht: „Durch die fehlenden Testfahrten hat es ein Rookie schwer, schon im ersten Jahr ein kompletter Formel-1-Pilot zu sein. Dazu kommt: Einige Strecken waren noch Neuland für ihn. Aber ich habe eine Steigerung im Laufe der Saison gesehen und ich bin überzeugt, sie wird sich dieses Jahr fortsetzen.“

Dazu gehört auch, auf jedes Detail zu achten. „Als Formel-1-Fahrer kann man nie genug trainieren“, betont Tost, „die Ernährung ist sehr wichtig, man muss wirklich diszipliniert sein. Die gesamte Lebensweise muss zu 100 Prozent mit den Anforderungen der Formel 1 übereinstimmen.“ (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Tost: Tsunoda hat Weltmeister-Potenzial

Tost, der schon mit Größen wie Michael und Ralf Schumacher sowie Max Verstappen und Sebastian Vettel gearbeitet hat, ist überzeugt: „Vom Potenzial her hat Yuki das Zeug, Weltmeister zu werden. Jetzt liegt es auch in seinen Händen, was er daraus macht. Denn Talent zu haben ist eine Geschichte. Ich kenne ein paar Formel-1-Fahrer, die wirklich talentiert waren, aber sie haben vielleicht nur ein Rennen oder sogar gar kein Rennen gewonnen.“

Tsunoda allerdings wird seinen Weg gehen, davon ist Tost überzeugt.

Ein junger Pilot brauche „drei Jahre, um die Formel 1 richtig zu verstehen. Yuki steht aber erst vor seiner zweiten Saison. Deshalb muss man auch Geduld mit ihm haben. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, ihn als künftigen Champion aufzubauen.“

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