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Formel 1: "Freude an der F1 verloren" - Warum Bottas an Lewis Hamilton verzweifelt ist

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Formel 1: "Freude an der F1 verloren" - Warum Bottas an Lewis Hamilton verzweifelt ist

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Bottas: Bin an Hamilton verzweifelt

Bottas: Bin an Hamilton verzweifelt

Valtteri Bottas fährt fünf Jahre lang an der Seite von Lewis Hamilton bei Mercedes. An die großen Erfolge des Rekord-Weltmeisters kommt der Finne nie heran, was ihn zeitweise zur Verzweiflung bringt.
Motorsport-Experte Marc Surer spricht im AvD Motor & Sport Magazin darüber, was Lewis Hamilton und sein Auto so besonders machen.
Niklas Trettin
Niklas Trettin

Völlig überraschend kehrte Mercedes-Pilot Nico Rosberg 2016 nur fünf Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft der Formel 1 den Rücken. Das begehrteste Cockpit des gesamtes Feldes war plötzlich frei und ging letztlich an Valtteri Bottas.

Auf Anhieb wollte der Finne in die großen Fußstapfen seines Vorgängers treten und den WM-Kampf gegen Teamkollege und Superstar Lewis Hamilton aufnehmen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Tatsächlich dauerte es nur vier Rennen, bis Bottas beim Großen Preis von Russland 2018 das erste Mal ganz oben auf dem Podest stand. Eine schwächere zweite Saisonhälfte brachte ihn aber um seine erste Titelchance – zur gleichen Zeit fuhr Hamilton reihenweise Siege ein.

Weitaus dramatischer entwickelte sich die Lage im zweiten Jahr bei Mercedes. Während Hamilton elfmal gewinnen konnte und sich einmal mehr zum Weltmeister krönte, erlebte Bottas eine Seuchensaison und blieb komplett sieglos.

Bottas dachte an Karriereende

Aufgrund all der Niederlagen gegen den Briten stand sogar ein vorzeitiges Karriereende im Raum. „Ende 2018 hätte ich fast aufgehört, es war dicht davor“, sagte Bottas beim Motor Sport Magazine Podcast.

Der mittlerweile 32-Jährige schaffte es nicht, die Stärken der überlegenen Silberpfeile auf die Strecke zu bekommen. In der Fahrerwertung landete Bottas hinter den damaligen Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen sowie Red-Bull-Fahrer Max Verstappen lediglich auf Rang fünf. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

„Ich konnte es nicht verstehen, dass ich Lewis in diesen zwei Jahren nicht schlagen konnte. Ich habe mir so viel Druck gemacht“, erklärte Bottas und schob nach: „Vor allem als es anfing, dass ich eine Helferrolle einnehmen musste, konnte ich das nicht mehr ertragen. Ich hatte wirklich zu kämpfen. Es hat keinen Spaß gemacht.“

Gegen Saisonende musste der Finne einige Rennen opfern, um Lewis Hamilton im WM-Kampf gegen Vettel zu unterstützen. Letztlich stand es in den direkten Rennduellen 3:17 zugunsten des Rekordchampions – bei keinem anderen Team sah die Bilanz derart einseitig aus. „Du verlierst die Freude an den Dingen und ich habe einfach die Freude an der F1 verloren“, blickte er zurück. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Nach der Horror-Saison 2018 nahm sich Bottas zunächst eine Auszeit: „Man soll die Formel 1 mögen, weil sie großartig ist. Aber für mich war das damals überhaupt nicht cool. Während der Winterpause bin ich nach Südamerika gereist. Ich wollte den Spaß und die Motivation wiederfinden, das habe ich getan.“

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas feiern zusammen
Lewis Hamilton und Valtteri Bottas feiern zusammen

Neuer Anlauf nach Auszeit

„Mitte Januar 2019 hatte ich mich entschieden: ‚Okay, versuchen wir es nochmal. Du kannst es doch immer noch!‘ Also habe ich mich zusammengerauft und die Freude am Rennfahren wiedergefunden“, erzählte der heutige Alfa Romeo-Fahrer.

An die Leistungen von Hamilton kam Bottas zwar weiterhin nicht heran, zumindest reichte es aber sowohl 2019 als auch 2020 für die Vizemeisterschaft. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Nichtsdestotrotz sammelte Bottas während seiner fünf Jahre bei Mercedes nur sechs Siege. Zum Vergleich: Hamilton gewann im gleichen Zeitraum 50 Mal und holte vier WM-Titel. Die Rolle als „Wingman“ legte er deswegen nie ab.

Ende 2021 trennten sich die Wege von Bottas und Mercedes. Mittlerweile fährt der Formel-1-Star für Alfa Romeo und gilt im Schweizer Rennstall als Nummer-eins-Pilot.

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