Es gibt gute Fahrer in der Formel 1. Es gibt solche, die aus dem Fahrerfeld herausstechen. Und es gibt Max Verstappen. Doch würde der Niederländer das Renngeschehen auch in einem anderen Auto als in seinem Red-Bull-Boliden derartig dominieren?
Formel 1: Verstappen? "In jedem Auto eine Klasse für sich"
Verstappen? „Stellt Haas auf Pole“
Daran hegt der Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko im Interview mit motorsport-total.com keinerlei Zweifel: „Max wäre in jedem Auto eine Klasse für sich.“ Das hätte sich nach den Ausführungen von Marko nicht zuletzt in den vergangenen drei Jahren ergeben, Verstappen habe zum wiederholten Male einen enormen Entwicklungsschub gemacht: „Der Max von 2020 ist mit dem Max von 2023 - bis auf die Namensgleichheit - nicht zu vergleichen.“
Im Detail sind das: Entwicklungen im Umgang mit seinem Wagen, im Verhalten gegenüber der Konkurrenz und auch in den Öffentlichkeitsauftritten. „Für mich war der Meister des Rennenlesens immer Hamilton. Und da ist Max jetzt auch gleichgezogen. Da hat ein unglaublicher Reifeprozess stattgefunden“, so Marko.
Doch wie realistisch wäre es tatsächlich, dass der amtierende Weltmeister auch in den Autos von Haas oder AlphaTauri vorne mitfahren würde? Immerhin endeten in der jüngeren Vergangenheit kaum Rennen, in denen der Red Bull der Konkurrenz des hinteren Mittelfeldes nicht mindestens anderthalb Minuten über die komplette Renndistanz abluchste.
Marko zu Verstappen: „Er wird eines Tages kommen und sagen...“
Daher scheint es, als hätte die Konkurrenz bei den Hauptrennen am Sonntag ohnehin das Nachsehen. Anders sehe es aber im Qualifying aus, besonders bei schwierigen Wetterbedingungen von Starkregen oder stark abtrocknenden Strecken, woraus ein Reifenpoker entstehen kann. „Wenn solche Verhältnisse sind, stellt er einen AlphaTauri oder Haas, der ein Qualifying-Auto ist, auf Pole“, ist sich Marko sicher.
Das Bemühen wäre allerdings um ein Vielfaches größer, vermutete der Österreicher: „Wie lang er die Motivation hätte, in einem AlphaTauri zu kämpfen, ist schwer zu sagen. Max ist anders.“
Anders? Man könnte ihn wohlwollend als chronisch erfolgshungrig betiteln, als einen, der die Perfektion auf vier Rädern rasant verfolgt. Daher vermutet Marko auch ein abruptes Ende der Karriere Verstappens: „Er wird eines Tages kommen und sagen: Danke, das war‘s.“ Ohnehin ließ Verstappen ein Engagement in der Königsklasse des Motorsports über 2028 hinweg – bis dahin läuft sein Kontrakt bei Red Bull – offen.
In einem Sky-Interview sagte er einst. „An dem Punkt werde ich sehr lange Zeit in der Formel 1 gewesen sein. Es ist viel Arbeit, viele Reisen. Es sind ja nicht nur die Rennen, sondern dazwischen reist du in die Fabrik, hast Marketingverpflichtungen. Und ich bin jemand, der es liebt, zu Hause zu sein.“
Die Formel 1 kehrt am letzten Augustwochenende beim Großen Preis in Zandvoort zurück zum regulären Renngeschehen - beim Heim-Grand-Prix von Verstappen.