WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli baut beim Großen Preis von Belgien seine Führung in der Gesamtwertung aus. Der Italiener dominiert die Formel 1. Nicht alle Piloten hatten am Traditionskurs Spa-Francorchamps ein erfreuliches Rennen. Erkenntnisse aus Belgien.
Belgien-GP: Antonelli triumphiert, Russells Crash – WM-Spannung!
Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Spa-Francorchamps
Antonelli dominiert, Russell hadert
KIMI ANTONELLI: Der Italiener dominierte mal wieder das gesamte Wochenende – und in Belgien blieb, anders als zuletzt, auch das Auto ohne Defekt. „Das Momentum war immer da. Es ging einfach darum, das richtige Ergebnis einzufahren“, sagte er im Hinblick auf die WM, die er mit 204 Punkten vor Lewis Hamilton (159) anführt. „Letztes Jahr war ich hier wohl am Tiefpunkt angelangt“, blickte Antonelli zurück. Mit der Entwicklung der jüngsten zwölf Monate habe er definitiv nicht gerechnet. In rund vier Monaten könnte er der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte sein.
GEORGE RUSSELL: Die eine Seite der Garage jubelte, George Russell hatte dagegen einen gebrauchten Tag hinter sich. Schon nach Kurve fünf landete er nach einer Kollision mit Lewis Hamilton im Kiesbett. „Es kommt eins nach dem anderen, nach dem anderen, nach dem anderen“, sagte Russell tief enttäuscht: „Es ist in jeglicher Hinsicht nicht gut genug.“ Nun brauche es einen „Reset – schon wieder“. Das habe er in dieser Saison schließlich „schon oft genug gemacht. Mal sehen, was wir erreichen können.“ In der WM-Wertung rutschte der Brite hinter Hamilton auf Rang drei ab. Zur Spitze fehlen 50 Punkte.
Batterie-Sorgen bremsen Topstars
BATTERIE: Mal wieder ein Thema. In den Ardennen sorgten die Akkus gleich in der ersten Runde für Verwirrung. „Ich hatte viel zu viel Schub nach der ersten Kurve“, sagte Max Verstappen, dem nach seinem spektakulären Überholmanöver gegen Kimi Antonelli auf der folgenden Gerade der Saft ausging: „Dann habe ich in den Rückspiegel geschaut und sah einfach eine rote Rakete (Charles Leclerc, Anm. d. Red.) auf mich zukommen. Ich dachte mir: Ich bleibe einfach auf meiner Linie, denn wenn ich mich hier bewege, haben wir gleich einen Flugzeugstart – die Unterschiede waren unglaublich.“ Auch George Russell haderte. Er verlor auf der Geraden an Power, ehe er ausschied. „Ich hatte wieder keine Leistung. Das ist inakzeptabel, Leute“, fluchte er am Funk. Zahlreichen Piloten ging es ähnlich.
RED BULL: Max Verstappen wurde Dritter, Isack Hadjar fuhr vom Ende des Feldes auf Platz sechs vor. „Ich denke, das ist vor allem ein sehr, sehr solides Ergebnis für das gesamte Team in Milton Keynes, das mit Hochdruck daran gearbeitet hat, das Auto immer leistungsfähiger zu machen“, lobte Teamchef Laurent Mekies. Der Brause-Rennstall habe einen Schritt gemacht und bestätigt, „dass wir auf praktisch allen Strecken um das Podium kämpfen können.“ Nur: Für einen Rennsieg reicht es noch nicht. „Alle arbeiten mit Hochdruck daran, diesen Abstand zu schließen“, versicherte Mekies.
NICO HÜLKENBERG: Es klappte mal wieder nicht mit Punkten für den Emmericher. Es fehle an Top-Speed, haderte Nico Hülkenberg nach seinem 13. Platz. Nur: Teamkollege Gabriel Bortoleto fuhr auf Rang acht – und zum zweiten Mal in Serie in die Punkte. Habe der Audi freie Fahrt, „können wir wegfahren, aber wenn wir dahinter fahren oder die Kollegen direkt hinter uns sind, dann wird die Luft dünn“, erklärte Hülkenberg. Das bestätigte auch Audi-Renndirektor Allan McNish. Hülkenberg habe im Verkehr festgesteckt, sonst seien die Zeiten ähnlich gewesen. Den Plan verriet Hülkenberg: „Wir bleiben dran und nächste Woche geht es zum Glück weiter.“ Dann in Ungarn.