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"In einer eigenen Liga": Antonelli ist nicht zu stoppen

„Wieder in einer eigenen Liga“

Kimi Antonelli freut sich in Silverstone über einen perfekten Samstag. Sein Teamchef Toto Wolff schwärmt von dem Youngster. Lewis Hamilton gibt sich trotzdem angriffslustig.
Marco Antonelli ist stolz auf seinen Sohn, Mercedes-Pilot Kimi Antonelli
Marco Antonelli ist stolz auf seinen Sohn, Mercedes-Pilot Kimi Antonelli
© IMAGO/NurPhoto
Kimi Antonelli freut sich in Silverstone über einen perfekten Samstag. Sein Teamchef Toto Wolff schwärmt von dem Youngster. Lewis Hamilton gibt sich trotzdem angriffslustig.

Erst fluchte Kimi Antonelli über Funk, weil er im Qualifying von Silverstone (Rennen am Sonntag ab 16 Uhr im LIVETICKER) als erster Pilot auf die entscheidende Runde geschickt wurde. Dann setzte der Teenager kurzerhand die Bestzeit – und strahlte zufrieden über seine fünfte Pole Position.

„Ich war schon ein bisschen gestresst, denn ich gehe nie gern als Erster raus auf den letzten Versuch“, sagte Antonelli: „Aber die letzte Runde war wirklich super sauber. Ehrlich, da hat alles zusammengepasst.“

Bei der Zeitenjagd zum Großen Preis von Großbritannien setzte der unbeschwerte WM-Spitzenreiter der Formel 1 das nächste Ausrufezeichen im Titelkampf gegen Teamkollege George Russell und Rekordweltmeister Lewis Hamilton.

Da staunte auch sein Boss. Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff war die Vorstellung des Italieners „beeindruckend, wirklich beeindruckend“. Antonelli sei „wieder in einer eigenen Liga“, sagte er bei Sky.

Antonelli düpiert Hamilton bereits im Sprintrennen

In dieser konnte auch Lokalmatador Hamilton (41) nicht länger mithalten. Er wurde Dritter hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc und vor Mercedes-Pilot Russell.

„Ich freue mich zunächst mal überhaupt hier zu stehen“, sagte Hamilton beim Interview mit den schnellsten drei Fahrern.

Noch am Freitag hatte sich der Altmeister mit elf Tausendstel Vorsprung die Sprint-Pole vor Antonelli gesichert, am Ende des Kurzrennens jubelte dennoch wieder der 19-Jährige.

„Das Momentum ist da, ich muss da auch dem Team danken, aber wir dürfen in keiner Sekunde unachtsam werden. Lewis und Ferrari liefern toll ab. Wir müssen die Latte immer noch ein bisschen höher legen“, sagte er – und ließ später Taten folgen.

Hamilton: „Wir schließen die Lücke immer mehr“

Hamilton blieb derweil zwar zuversichtlich. „Wir schließen die Lücke immer mehr“, sagte er, aber: „Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich voll mit Kimi mithalten können.“

Antonelli führt in der WM mit 47 Punkten vor Hamilton, mit 43 Punkten vor Russell – am Sonntag will er seine Führung weiter ausbauen.

„Es wird nicht einfach werden. Ich habe zwei Ferraris hinter mir und die werden sicherlich zusammenarbeiten mit einer guten Pace. Aber wir waren auch stark im Sprintrennen. Ich hoffe, wir können das morgen beibehalten und dann ein gutes Rennen liefern“, sagte er.

Formel 1: „Ein Schachspiel an der Boxenmauer“

Dann kommt es auch stark auf das Elektromanagement an. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs fehlen ausreichend harte Bremspunkte, um die Batterien aufzuladen. Im Sprint waren viele Überholmanöver die Folge.

„Wir versuchen auszutüfteln, was die anderen machen. Es ist ein bisschen wie ein Schachspiel an der Boxenmauer, wo du deine Energie einsetzen willst, aber es wird dadurch sehr spannend im Rennen“, sagte McLaren-Boss Zak Brown. Auch Wolff gestand, „wir tappen da selbst manchmal im Dunkeln.“

Ganz anders Kimi Antonelli. Aber er ist ja ohnehin „in einer eigenen Liga“.