Ralf Schumacher rechnet mit Horner ab: „Absolut gelogen“

von SPORT1
Ralf Schumacher rechnet mit Horner ab: „Absolut gelogen“

Die Biografie von Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner sorgt schon vor Veröffentlichung für Wirbel. Ralf Schumacher ist empört.

Am 22. Oktober erscheint die Autobiografie des langjährigen Red-Bull-Teamchefs Christian Horner. Das Werk mit dem Titel „Drive“ ist zwar noch nicht auf dem Markt, sorgt aber dennoch bereits für Kritik.

In seinem Buch schreibt der 52-Jährige über sein Verhältnis zu Ingenieur-Legende Adrian Newey, mit dem er viele Jahre lang gemeinsam beim Formel-1-Rennstall zusammenarbeitete.

Der Tenor: Das Vertrauen sei bereits 2016 beschädigt worden, als Red Bull mit Problemen zu kämpfen hatte – und Ferrari Interesse an Newey zeigte.

Horner bekam eigenen Angaben zufolge das Gefühl, Newey wolle bei den ersten signifikanten Problemen „das Schiff verlassen“. So habe zwar er dem Ingenieur den Rücken freigehalten, und angenommen, dieser würde es auch für ihn tun, dies sei bei der Entlassung von Horner im Jahr 2025 aber nicht der Fall gewesen.

Horner-Aussagen entsetzen Schumacher

Aussagen, mit denen der frühere F1-Pilot und TV Experte Ralf Schumacher so gar nichts anfangen kann. „Wenn man von Stil spricht, dann fällt einem der Name Christian Horner nicht als Erstes ein“, konstatierte Schumacher im Sky-Podcast „Backstage Boxengasse“.

„Wir kennen ja alle sein Benehmen im Fahrerlager. Du (Podcast-Co-Host Peter Hardenacke/Anm.d.Red.) kannst Dich ja an die Situation erinnern, als er mich im Fahrerlager angeschrien und mir dann durch die Blume noch gedroht hat, dass ich ja auch meine Geheimnisse hätte in meinem Privatleben. Das ist halt Christian Horner, wie er leibt und lebt, so ein kleiner Straßenkämpfer.“

Und weiter: „Das kann man einfach so sagen. Ich finde es ein bisschen schade, er hat unglaublich viel erreicht. Er war und ist einer der erfolgreichsten Formel-1-Teamchefs. Dass er jetzt, um ein paar Bücher und ein paar Tickets für seine Tour zu verkaufen, seine ehemaligen Partner und Arbeitskollegen mit Füßen tritt, ist unterirdisch. Das spiegelt seinen Charakter wider.“

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Behauptung um Marko gelogen?

Doch damit nicht genug. Auch Horners Behauptung, Red Bulls langjähriger Motorsportberater Helmut Marko hätte den viermaligen Weltmeister Max Verstappen nicht im Team haben sollen, kann Schumacher so nicht akzeptieren.

„Das ist ein absolutes No-Go, die Geschichte ist absolut gelogen. Angeblich habe Marko gesagt, dass Max’ Vater Jos ein Albtraum sei“, so der 51-Jährige.

„Aber die Story, wie ich sie kenne, geht so: Helmut Marko hat Max im zarten Alter von elf Jahren schon mal angesprochen. Da hat Jos tatsächlich gesagt, dass ihm das zu früh sei. Und daraufhin war der Doktor ein bisschen eingeschnappt und hat gesagt: ‚Wenn der mich nicht will, dann eben nicht.’“

Schumacher glaubt nicht an weitere Chance für Horner

Erst einige Jahre später traf man schließlich in der Formel 3 wieder aufeinander und wurde zu einer Einheit. „Das hatte wenig mit Christian Horner zu tun. Ich weiß nicht, was da in Horners Kopf vorgeht. Man kartet nicht so nach. Ich weiß nicht, warum er das Gefühl hat, das jetzt so machen zu müssen“, erklärte Schumacher.

Übrigens: Auch die Tatsache, dass sich Horner bei Ferrari als Teamchef ins Gespräch bringt, sei dies doch sein „Traumjob“, findet Schumacher unterirdisch. „Das ist einfach nur ein Armutszeugnis. Ich kann einfach nicht verstehen, warum er das so macht.“

So glaubt der TV-Experte ohnehin nicht, dass Horner noch einmal eine Chance in der Königsklasse bekommt. „Ich glaube, es gibt keinen Weg mehr zurück für ihn. Er hat es in den USA bei Cadillac versucht, da ist er gescheitert. Ich weiß nicht, wer ihn jetzt noch nehmen soll.“