Niemand ahnte die tragische Note dieses historischen Formel-1-Moments
Heute vor 33 Jahren endete die große Rivalität der F1-Ikonen Ayrton Senna und Alain Prost versöhnlich. Vor Sennas Tod sechs Monate später schlossen die beiden noch Freundschaft.
Alain Prost gegen Ayrton Senna: Es war eines der größten Duelle nicht nur in der Formel 1, sondern in der Sportgeschichte.
Heute vor 33 Jahren wurde das letzte Kapitel der legendären Rivalität geschrieben. Und niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, welche tragische Note der historische Tag ein halbes Jahr später bekommen sollte.
Alain Prost und Ayrton Senna: Auch als Teamkollegen bittere Rivalen
Der viermalige Champion Prost aus Frankreich und der Brasilianer Senna dominierten in den 1980er und 90er Jahren die Rennserie.
1988 und 1989 fuhren beide gemeinsam für den englischen Rennstall McLaren und gewannen damals 25 der 32 damals ausgetragenen Grand Prix – Senna holte 1989 den Titel, Prost im Jahr darauf. 1990 ging Prost zu Ferrari und blieb wieder Sennas härtester Rivale.
Die Duelle zwischen Senna und Prost wurden zum Mythos, auch wegen der gegensätzlichen Charaktere des charismatischen Hitzkopfs Senna und des als unterkühlt geltenden „Professors“ aus Saint-Chamond an der Loire.
Legendäre Crashs in Suzuka 1989 und 1990
Prost und Senna bekämpften sich mit harten Bandagen, auch schon als Teamkollegen. In besonderer Erinnerung blieben vor allem ihre Crashs bei den Rennen in Suzuka 1989 und 1990: Prost kollidierte 1989 in der 46. Runde des Grand Prix mit Senna – Prost schied aus, Senna kämpfte sich zurück und gewann, wurde aber nachträglich wegen Abkürzens disqualifiziert. Prost wurde Champion, Senna witterte eine Verschwörung und protestierte vergeblich bei der FIA.
Im Jahr darauf folgte wieder ein Zusammenstoß in Suzuka, als Senna und Prost kurz nach dem Start ineinander krachten, was diesmal Senna den WM-Gewinn bescherte.
Zuvor hatte es Streit darüber gegeben, dass Pole-Setter Senna auf der schmutzigeren Seite der Piste starten musste und damit de facto im Nachteil war. Senna versuchte, seinen Platz mit allen Mitteln zu verteidigen, nach der Kollision beschimpfte Prost Senna als „ekelhaft, einen Mann ohne Werte“.
Adelaide 1993: Das letzte Kapitel
1992 konnte Prost Senna im unterlegenen Ferrari keine Konkurrenz machen, zerstritt sich mit der Scuderia und legte ein Jahr Pause ein.
Im Jahr 1993 folgte ein erfolgreiches Comeback Prosts im Williams-Team, das sich damals durch diverse technische Innovationen zum neuen Machtzentrum der Königsklasse entwickelt hatte. Wie im Jahr zuvor Nigel Mansell raste Prost im Williams-Renault zum WM-Titel. Senna wurde im McLaren Zweiter vor Prosts Teamkollege Damon Hill und dem jungen Michael Schumacher im Benetton-Ford.
Zum Zeitpunkt des letzten Saisonrennens am 7. November 1993 im australischen Adelaide stand Prosts WM-Gewinn schon fest – ebenso sein endgültiges Karriere-Ende nach der Saison.
Senna, der Prost im Jahr darauf bei Williams beerben sollte, gewann seinen letzten Grand Prix im McLaren vor Prost. Bei der Siegerehrung folgte eine bewegende Geste: Senna holte Prost zu sich auf die obere Stufe des Treppchens, schüttelte ihm die Hand – die große, oft giftige Rivalität endete versöhnlich.
Vor Sennas Tod schloss Prost noch Freundschaft
Tragischerweise stellte sich im Nachhinein heraus, dass Adelaide auch Sennas letzter Sieg und sein großer Moment in der Formel 1 gewesen sein sollte: Er verunglückte am 1. Mai 1994 beim Grand Prix in Imola tödlich.
Prost war bei der Beerdigung einer der Sargträger – nach seinem Karriere-Ende hatte sich die persönliche Beziehung zu Senna nochmals verbesserte: „Glücklicherweise gab es, nachdem ich die Formel 1 verlassen hatte, bis zu seinem Unfall eine sechsmonatige Freundschaft zwischen uns“, sagte Prost später.
Wie bedeutsam die gemeinsame Geschichte wirklich war, ist Prost erst nach Sennas Tod bewusst geworden.
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„Es gibt keinen Tag, an dem nicht darüber gesprochen wird“, stellte der Franzose 25 Jahre nach dem Ableben seines Rivalen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP fest: „Besonders in den sozialen Netzwerken gibt es fast jeden Tag etwas. Es ist phänomenal. Wir hatten einen großen Einfluss auf die Stimmung der Menschen, auch wenn wir das damals nicht realisiert haben.“