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Athleten setzen IOC unter Druck

Athleten setzen IOC unter Druck

Im Zuge der Proteste nach dem Tod von George Floyd gerät auch das IOC unter Druck, eine Anti-Protest-Regel abzuschaffen. Das fordert eine Athletenvereinigung.
Nach dem Tod von George Foyd kommt es auch im Sport weltweit zu Protestaktionen
Nach dem Tod von George Foyd kommt es auch im Sport weltweit zu Protestaktionen
© Imago
SID
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von SID

Die weltweite Sportlervereinigung Global Athlete hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer sofortigen Abschaffung der Regel 50 der Olympischen Charta aufgefordert.

"Es ist Zeit für Veränderungen. Jedem Athleten muss es erlaubt sein, seine Plattformen, Gesten oder die Stimme einzusetzen", schrieb die Vereinigung am Sonntag in einem Statement. Die Regeln stellen aus ihrer Sicht "eine klare Verletzung der Menschenrechte eines jeden Athleten dar".

Scharfe Kritik an IOC und IPC

In die Forderungen schloss Global Athlete auch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) ein. "Es ist offenkundig heuchlerisch, den Athleten zu sagen, dass sie an ihrem Sport festhalten und sich aus der Politik heraushalten sollen, während das IOC und das IPC die Politik konsequent zu ihrem Vorteil nutzen", hieß es weiter.

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In der Regel 50 ist festgelegt, dass jegliche "politische, religiöse oder rassistische Demonstration oder Propaganda" bei den Spielen nicht gestattet sei. Schon mehrfach wurden Sportler für politische Äußerungen bei Olympia sanktioniert. 

Druck nach Tod von George Floyd gestiegen

Vor allem von Athleten in den USA war der Druck nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gestiegen, das Nationale Olympische Komitee kündigte ein mögliches Umdenken an. IOC-Präsident Thomas Bach wollte politische Proteste bei Olympischen Spielen daraufhin nicht mehr definitiv ausschließen. Mitglieder der IOC-Athletenkommission sollen mit weiteren Athleten darüber diskutieren, wie mögliche Bekundungen aussehen könnten. 

Kritik äußerte Global Athlete insbesondere an der "gegenwärtigen Führung der globalen Sportbewegung". Diese habe "die Athleten in eine machtlose Position gebracht". Sportler zum Schweigen zu bringen "sollte niemals toleriert werden".

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