Rassismus-Opfer: Keine Entschuldigung

Rassismus-Opfer: Keine Entschuldigung

Azzedine Lagab spricht ausführlich über die Beleidigungen durch Patrick Moster. Der Algerier würde dem deutschen Rad-Direktor vergeben, wenn er sich denn melden würde.
Nach seinen rassistischen Äußerung bei den Olympischen Spielen wurde Patrick Moster, Leistungssportdirektor des Bund Deutscher Radfahrer, nach Hause geschickt. Seine Zukunft bleibt aber bisher noch offen.
Rassimus-Eklat: "Moster darf im Profisport kein Amt mehr übernehmen"
05:08
. SPORT1
von SPORT1
am 29. Juli

Azzedine Lagab hat sich nach den rassistischen Beleidigungen durch den deutschen Radsport-Direktor Patrick Moster zu Wort gemeldet. Der Algerier ist einer von zwei Athleten, die von Moster beim Einzelzeitfahren der Radsportler bei den Olympischen Spielen als „Kameltreiber“ verunglimpft worden waren.

Bei Twitter konterte er den rassistischen Aussetzer mit Humor. „Es gibt bei Olympia kein Kamelrennen. Deshalb habe ich mich für den Radsport entschieden. Zumindest war ich in Tokio dabei“, schrieb der Radsportler.

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Lagab erklärte, dass er weder von Moster noch der deutschen Delegation eine persönliche Entschuldigung erhalten habe. „Nein, aber ich habe später seine Entschuldigungen in den Medien gelesen und auch den Tweet von Nikias Arndt. Es tat gut zu lesen, dass er sich gegen Rassismus ausspricht“, erklärte er im Interview mit der Bild-Zeitung.

„Richtig geschockt“ sei er von den Vorfällen aber ohnehin nicht gewesen, „denn ich bekam schon viel aggressivere, rassistische Beleidigungen zu hören und auch viel direkter. Diese habe ich ja persönlich gar nicht mitbekommen. Geschockt war ich nur, dass das auf einem so hohen professionellen Niveau wie Olympia passieren kann.“

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„Vielleicht würde ich ihm vergeben“

Zur Erinnerung: Moster hatte den deutschen Fahrer Arndt am Streckenrand am Mittwoch mit den Worten: „Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber“ angefeuert. Später hatte er sich entschuldigt, vom DOSB war er am Donnerstag dennoch nach Hause geschickt worden.

Lagab hatte erst durch die Sozialen Medien von den Beschimpfungen erfahren: „Wäre das nicht im Fernsehen zu sehen gewesen, wäre das wohl nicht so groß geworden.“ Die Frage sei nun: „Hätten sie ihn auch nach Hause geschickt, wenn es nicht im Fernsehen zu sehen gewesen wäre und nur Nikias das gehört hätte? Denn der hat es garantiert gehört.“

Auf die Frage, ob er Moster vergeben könne, antwortete der 34-Jährige: „Vielleicht würde ich ihm vergeben, wenn er anruft. Aber wenn du was reparieren willst, das zerbrochen ist, wird immer eine Narbe bleiben.“

Er glaube aber nicht, dass ein Gespräch etwas ändern würde.

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