Kiesenhofer sorgt für Radsport-Sensation

Kiesenhofer sorgt für Radsport-Sensation

Die österreichische Radsportlerin Anna Kiesenhofer gewinnt sensationell Olympia-Gold im Straßenrennen. Annemiek van Vleuten freut sich ebenfalls über den Sieg - aus kuriosen Gründen.
Mit einer pompösen Show wurden die Olympischen Spiele 2020 eröffnet. Während der Zeremonie gab es aber auch Proteste gegen das Event.
Party und Proteste: Olympia 2020 ist eröffnet
00:34
. SPORT1
. SID
von SID, SPORT1
am 25. Juli

Die österreichische Radsportlerin Anna Kiesenhofer hat sensationell Olympia-Gold im Straßenrennen gewonnen.

Die 30-Jährige, die keinen Profivertrag besitzt, setzte sich bei den Spielen in Tokio nach 137 km am Mount Fuji als Solistin durch.

Es ist die erste österreichische Goldmedaille seit Kate Allen im Triathlon 2004 in Athen. Zuletzt hatte Adolf Schmal 1896 ebenfalls in Athen Gold für Österreich im Radsport geholt.

Anna Kiesenhofer wird völlig überraschend Olympiasiegerin
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Kiesenhofer beendet 2017 Karriere

Mit dem Sieg der promovierte Mathematikerin war vor dem Rennen auf keinen Fall zu rechnen, Kiesenhofer feierte dank einer beherzten Attacke den mit Abstand größten Erfolg ihrer Laufbahn. Medaillenspiegel bei Olympia

2017 hatte sie ihre professionelle Karriere begonnen und auch wieder beendet.

„Ich habe gemerkt, dass der Profisport für mich ein zu großer körperlicher und psychischer Stress ist und ich lieber nur Hobbysport mache“, sagte sie vor den Spielen von Tokio. Zwei Jahre lang war sie ohne Rennen geblieben, erst 2019 stieg sie für vereinzelte Wettbewerbe wieder aufs Rad.

Silber ging an die Niederländerin Annemiek van Vleuten. Bronze sicherte sich Elisa Longo Borghini aus Italien. Beste Deutsche wurde Lisa Brennauer (Kempten) als Sechste.

Apropos van Vleuten: Als die 38-Jährige die Ziellinie überquerte, richtete sie sich auf und jubelte über den Sieg. Dass sie das Rennen gar nicht gewonnen hatte, erfuhr van Vleuten allerdings erst, als sie vom Rad gestiegen war.

Im Ziel sagte van Vleuten, sie habe gedacht, sie sei die Erste gewesen. Im Fernsehen war zu sehen, wie die Niederländerin zu Betreuer Ruud Zijlmans ging. „Oh Ruud, ich habe mich völlig geirrt“, sagte sie: „Ich habe es überhaupt nicht gemerkt.“

Kein Funk erlaubt

Van Vleuten war wenige Kilometer vor dem Finale am Fuji Speedway aus dem Peloton ausgebrochen. Aber auch ihre Kolleginnen in der großen Gruppe hatten offenbar nicht mitbekommen, dass noch eine Ausreißerin allein an der Spitze unterwegs ist.

Die Verwirrung entstand offenbar dadurch, dass beim olympischen Rennen – anders als üblich – kein Funk benutzt werden darf. Das heißt, die Rennfahrerinnen stehen nicht im ständigen Kontakt mit ihren Teamchefs, die ihnen sonst Abstandszeiten und Gruppengrößen durchgeben könnten. Eigentlich werden die Fahrerinnen mit Hinweisschildern von Begleitmotorrädern oder im direkten Gespräch aus den Teamautos heraus über Zeitabstände informiert. Das klappte auf den letzten Kilometern von Tokio aber offenbar nicht.

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