Klosterhalfen: „Krass, was da abgeht“

Klosterhalfen: „Krass, was da abgeht“

Vor den Olympischen Spielen meldet sich Konstanze Klosterhalfen zu Wort. Die Läuferin erklärt, warum es nichts aus dem geplanten Doppelstart wird.
Konstanze Klosterhalfen wurde bei der WM 2019 Dritte über 5000 Meter
Konstanze Klosterhalfen wurde bei der WM 2019 Dritte über 5000 Meter
© Imago
Johannes Fischer
von Johannes Fischer
am 21. Juli

Monatelang hatte man von Konstanze Klosterhalfen so gut wie nichts gehört – nun meldete sich der deutsche Laufstar kurz vor den Olympischen Spielen in der Öffentlichkeit zurück.

Die 24-Jährige, die seit Dezember 2018 auf dem Campus des früheren NOP (Nike Oregon Project) bei Portland trainiert, war zuletzt bei einem Rennen in Houston Ende Februar in Erscheinung getreten, bei dem sie prompt den Deutschen Rekord über 10.000 Meter verbesserte.

Danach verschwand sie wieder in der Versenkung und Gerüchte über eine mögliche Verletzung blieben von ihrem Umfeld unkommentiert.

Konstanze Klosterhalfen neben Hellen Obiri und Letesenbet Gidey
Konstanze Klosterhalfen neben Hellen Obiri und Letesenbet Gidey

Gut drei Wochen vor ihrem Start in Tokio erklärte „Koko“ nun, dass sie wegen eines Belastungssyndroms im Becken längere Zeit mit dem Training aussetzen musste und deshalb bei Olympia mit ihren Kräften haushalten muss.

„Eigentlich wollte ich den Doppelstart machen“

„Eigentlich wollte ich den Doppelstart machen, weil ich mich noch nicht als 10.000-Meter-Läuferin sehe“, verriet sie in der ARD. „Aber es ist anders gekommen, als ich mir den Plan zurechtgelegt habe.“

Klosterhalfen, die bei der WM 2019 in Doha die Bronzemedaille über 5000 Meter gewann, wird in Tokio also auf die doppelte Strecke an den Start gehen. „Weil die 10.000 Meter ganz zum Schluss stattfinden, habe ich auch noch länger Zeit als bei den 1500 oder 5000 Metern“, erklärt sie.

Dass ihr ein ähnlicher Coup wie in Doha gelingen könnte, glaubt sie nicht – schließlich wurde der Weltrekord über 10.000 Meter kürzlich zwei Mal gedrückt. Sifan Hassan (29:06,82 Minuten) und Letesenbet Gidey (29:01,03 Minuten) liefen Fabelzeiten, die zwei Minuten unter Klosterhalfens Bestmarke (31:01,71 Minuten) lagen.

„Das Weltniveau hat sich verändert, es ist krass, was da vorne im Moment abgeht“, sagt sie. „Aber es sind Meisterschaften, und da weiß man nie, was passiert.“

Ihre eigenen Erwartungen drückt sie entsprechend nach unten, da sie sich in einer Außenseiterposition wohler fühlt. „Über eine Medaille will ich nicht nachdenken – selbst, wenn ich die beste Vorbereitung meines Lebens gehabt hätte. Deswegen fällt meine Erwartung ein bisschen ab, weil ich ziemlich befreit an den Start gehen kann. Ich weiß, dass die Vorbereitung nicht optimal war.“

Ihr Ziel für Tokio: „Ich versuche alles herauszuholen, was noch geht und will dann nur ein gutes Rennen laufen und mein Bestes geben.“

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