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Olympia 2021: Timo Boll scheitert im Tischtennis-Einzel früh

Altes Leid bei Boll - aber 2024 noch mal Olympia?

Timo Boll ereilt auch in Tokio das wiederholte Aus im Achtelfinale - doch der Dauerbrenner denkt trotzdem bereits an die nächsten Olympischen Spiele.
Timo Boll scheiterte bereits im Achtelfinale
Timo Boll scheiterte bereits im Achtelfinale
© Imago
Timo Boll ereilt auch in Tokio das wiederholte Aus im Achtelfinale - doch der Dauerbrenner denkt trotzdem bereits an die nächsten Olympischen Spiele.

Für Tischtennis-Altmeister Timo Boll ist der Traum von seiner ersten Olympia-Medaille im Einzel geplatzt. Der 40 Jahre alte Europameister schied durch ein 1:4 gegen den Südkoreaner Jeoung Young Sik zum vierten Mal in Folge im Achtelfinale aus.

Zum dritten Mal nacheinander in der Runde der besten Acht steht dagegen der London-Dritte Dimitrij Ovtcharov nach zwei Siegen binnen acht Stunden. In einer Doppelschicht schaffte auch Abwehrstrategin Han Ying den Einzug ins Viertelfinale und benötigt ebenfalls nur noch zwei Siege für eine Medaille (Olympia 2021: Alle Entscheidungen im SPORT1-Liveticker).

Boll mit Problemen

Boll fand in seinem vielleicht letzten Olympia-Einzel nur schwer ins Spiel, auch der 1:1-Satzausgleich half ihm nicht. Im vierten Durchgang vergab er eine 9:7-Führung und musste sich nach 50 Minuten geschlagen geben. Gegen Jeoungs Trainer Oh Sang Eun war Boll 2008 in Peking ebenfalls im Achtelfinale ausgeschieden. Weiter geht es für den früheren Weltranglistenersten im am Sonntag beginnenden Teamwettbewerb.

Boll hat bei sechs Olympischen Spielen nie das Halbfinale erreicht, das Viertelfinale 2004 war sein größter Erfolg. Mit dem Team gewann er einmal Silber (2008) und zweimal Bronze (2012, 2016). Ob er 2024 noch einmal antritt, ist offen.

Doch ausgeschlossen ist nichts: „Wenn ich immer noch in der Form bin, um zum Team zu gehören, warum nicht?“, sagte er im Interview bei der ARD.

Und fügte an: „Aber es ist auch noch lange hin.“ Bei den Spielen 2024 in Paris wäre Boll dann bereits 43 Jahre alt. Doch er meinte: „Ich fühle mich noch fit. Tischtennis besteht aus Flexibilität, da hat es mir vielleicht heute gefehlt. Ich schaue von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat und habe weiter Spaß an dem Sport. Wenn’s passt, warum nicht?“

Auch für Bundestrainer Jörg Roßkopf wäre ein erneuter Boll-Start im Zeichen der olympischen Ringe denkbar: „Er ist körperlich topfit, hat Spaß am Tischtennis, 2024 ist in drei Jahren, das sollte machbar sein.“

Ovtcharov revanchiert sich

Ovtcharov wiederum, in Tokio vor Boll an Nummer sieben gesetzt, ist im Viertelfinale einer von nur noch zwei Europäern. Der frühere Weltcupsieger stieg mit einem sicheren 4:0 gegen den Russen Kirill Skatschkow ins Olympia-Turnier ein und revanchierte sich danach gegen den Japaner Koki Niwa mit einem 4:1 für sein WM-Achtelfinal-Aus 2017 in Düsseldorf. Im Kampf um einen Halbfinalplatz trifft Ovtcharov am Mittwoch (14.00 Uhr MESZ) auf den früheren Bundesligaspieler Hugo Calderano aus Brasilien.

Im Frauen-Turnier gelang Han durch den Sprung ins Viertelfinale eine Überraschung. Dabei düpierte die 38-Jährige die 13 Positionen höher notierte Weltranglistenneunte Feng Tianwei aus Singapur durch ein unerwartet klares 4:1. Europameisterin Petrissa Solja war bereits am Montag ausgeschieden.

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