Zeidler nach Sensations-Aus niedergeschlagen

Zeidler nach Sensations-Aus niedergeschlagen

Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler verpasst völlig überraschend das Finale bei den Olympischen Spielen. Er und sein Vater sprechen anschließend über die Gründe
Oliver Zeidler ist nach dem Zieleinlauf im Halbfinale frustriert
Oliver Zeidler ist nach dem Zieleinlauf im Halbfinale frustriert
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. SID
von SID
am 29. Juli

Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler aus Ingolstadt hat völlig überraschend das Finale bei den Olympischen Spielen verpasst. Der Einer-Dominator kam im Halbfinale am Donnerstag nur auf den vierten Platz und muss seinen Traum von einer olympischen Medaille in Tokio begraben. (Olympia 2021: Alle Entscheidungen im SPORT1-Liveticker)

Zeidler: „Sehr enttäuscht“

„Ich bin sehr enttäuscht, vor allem nach dem bisher so erfolgreichen Saisonverlauf. Die Niederlage nagt schon sehr an mir“, ließ Zeidler einige Stunden nach seinem Aus mitteilen. Unmittelbar nach dem Rennen hatte er sich noch nicht äußern wollen. (Der Olympia-News-Ticker von SPORT1)

Der 25 Jahre alte Ausnahmeathlet hatte in seinem Halbfinale lange auf dem zweiten Platz gelegen, ehe er auf den letzten 500 m noch auf Rang vier zurückfiel. „Ich kann mir aber nicht vorwerfen, dass ich nicht alles gegeben habe. Die anderen waren heute einfach besser“, sagte er. Nur die besten drei Ruderer der zwei Läufe qualifizierten sich für das Medaillenrennen am Freitag.

Der 25 Jahre alte Ausnahmeathlet hatte in seinem Halbfinale lange auf dem zweiten Platz gelegen, ehe er auf den letzten 500 m noch auf Rang vier zurückfiel. Nur die besten drei Ruderer der zwei Läufe qualifizierten sich für das Medaillenrennen am Freitag.

„Für ihn bricht ein Traum ein, deswegen ist die Enttäuschung natürlich sehr groß“, sagte Vater und Trainer Heino Zeidler. „Er ist natürlich niedergeschlagen, aber er hat sich voll ausgelastet und alles gezeigt, was er momentan zu leisten imstande ist. Jetzt ist er platt, er ist wirklich kaputt.“

Vater Heino stellt Zusammenarbeit in Frage

Laut seinem Vater nahmen auch die windigen Bedingungen einen Einfluss auf das Ausscheiden seines Sohnes, der erst 2016 zum Rudern gewechselt war. „Dieser extreme Wind war heute der größte Gegner, deswegen hat es nicht gereicht“, sagte Heino Zeidler.

Auch Zeidler selbst sprach die schwierigen äußeren Bedingungen an: „Das war wirklich nicht mein Wasser und daher bin ich auch daran etwas gescheitert.“

Vater Heino stellte nach dem Aus des Sohnes auch die Zusammenarbeit des Gespanns in Frage. „Man muss sich Gedanken machen, wie man besser werden kann“, sagte er und deutete an, dass es dabei auch um ein mögliches Ende seiner Tätigkeit als Trainer gehen kann.

„Jetzt erholen wir uns und dann schauen wir, wie es weitergeht. Geht dieses Vater-Sohn weiter? Das ist auch immer eine Belastung, denn ich mache alles ehrenamtlich“, sagte der Zeidler senior, der hauptberuflich Polizist ist. Von seinem Job ist der Beamte nur noch bis zum 30. August freigestellt.

„Weltklasseleistungen kann man nicht nebenbei oder im Ehrenamt machen“, gibt er zu bedenken.

Zeidler bis zum Viertelfinale souverän

Den Vorlauf sowie das Viertelfinale hatte Zeidler in den Tagen zuvor noch souverän gewonnen. Nach der Zieldurchfahrt in der Vorschlussrunde lag der deutsche Medaillenkandidat minutenlang auf dem Bootssteg und bekam kalte Handtücher gereicht.

Vor dem Rennen hatte sich Zeidler noch angriffslustig geäußert. „Bei den wechselnden Bedingungen möchte ich schon auf die beste Bahn gesetzt werden. Deshalb versuche ich, hier jedes Rennen zu gewinnen“, hatte er gesagt.

Am Freitag (2.15 Uhr/MESZ) bleibt ihm nun nur der Start im B-Finale. Seine größten Konkurrenten, der Däne Sverri Nielsen und Kjetil Borch aus Norwegen, schafften souverän den Einzug in den Endlauf.

Der Ex-Schwimmer Zeidler galt neben dem Deutschland-Achter als größte Goldhoffnung des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Neben WM-Gold sicherte er sich in seiner kurzen Ruder-Laufbahn bereits zwei EM-Titel. In dieser Saison eilte Zeidler bei den Weltcups von Sieg zu Sieg.

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