Drama um deutschen Doppelvierer

Drama um deutschen Doppelvierer

Kurz vor Schluss liegt der deutsche Doppelvierer der Frauen auf Silberkurs. Doch plötzlich wird er langsamer. Die Medaille ist weg.
Der Frauen-Doppelvierer fuhr auf den fünften Platz
Der Frauen-Doppelvierer fuhr auf den fünften Platz
© AFP/SID/CHARLY TRIBALLEAU
. SID
von SID
am 28. Juli

Der deutsche Doppelvierer der Frauen hat erstmals bei Olympischen Spielen eine Medaille verpasst.

Die Crew um Schlagfrau Frieda Hämmerling (Kiel) verfehlte im Finale auf dem Sea Forest Waterway in Tokio das erklärte Ziel und musste sich nach einem dramatischen Endspurt mit Platz fünf begnügen. Gold holte der Doppelvierer aus China vor Polen und Australien.

"Ich kann es nicht in Worte fassen. Ich muss das hier erstmal alles verdauen und Abstand gewinnen. Wir müssen uns damit abfinden, das wird noch ein bisschen dauern", sagte Hämmerling frustriert.

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Das deutsche Boot hatte sehr schnell begonnen und bis 500 m vor dem Ziel noch mit 4,07 Sekunden Rückstand auf die Chinesinnen auf dem zweiten Platz gelegen.

Rund 250 m vor der Ziellinie kam das Quartett allerdings aus dem Rhythmus und verspielte die Medaille. Der Rückstand betrug bei äußerst windigen Verhältnissen letztlich 8,28 Sekunden.

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"Wir sind durch die schwierigen Bedingungen ein bisschen aus dem Tritt gekommen und haben einen Krebs gefangen. Wir sind nicht so schnell wieder ins Rudern gekommen und mussten dadurch den Silberrang abgeben", berichtete Franziska Kampmann und ergänzte: "Das ist scheiße, aber das kann ich nicht mehr ändern."

Frauen-Doppelvierer erstmals ohne Medaille

Seit der Aufnahme der Bootsklasse in das olympische Programm 1988 war bislang immer ein deutscher Frauen-Doppelvierer in die Medaillenränge gefahren. Sechsmal gab es Gold, zuletzt bei den Sommerspielen 2016 in Rio, sowie jeweils einmal Silber und Bronze. 1988 gewann der Vierer der DDR.

Der Doppelvierer mit Hämmerling, Carlotta Nwajide (Hannover), Kampmann (Waltrop) und Daniela Schultze (Potsdam) war mit großen Erwartungen in Tokio an den Start gegangen. Bei der EM in diesem Jahr hatte das Quartett Bronze geholt.

Neben dem Doppelzweier mit Annekatrin Thiele/Leonie Menzel, der im B-Finale Fünfter wurde, ist der Vierer das einzige Frauen-Boot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bei diesen Sommerspielen. Der DRV muss an den verbleibenden beiden Ruder-Wettkampftagen auf Medaillen hoffen.

Der Deutschland-Achter fährt am Freitag um Gold. Einer-Dominator Oliver Zeidler muss sich am Donnerstag noch für den Endlauf qualifizieren, der leichte Doppelzweier mit Jonathan Rommelmann/Jason Osborne sicherte sich am Mittwoch als souveräner Erster seines Halbfinals das Ticket für das Medaillenrennen.

Der Männer-Doppelvierer um den zweimaligen Olympiasieger Karl Schulze fuhr im B-Finale auf Platz zwei und beendete die Spiele als Achter, der Doppelzweier der Männer mit Stephan Krüger/Marc Weber wurde nach Platz fünf im B-Finale insgesamt Elfter.

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