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Warholm mit Mega-Rekord zu Gold

Warholm mit Mega-Rekord zu Gold

Karsten Warholm sprintet in bemerkenswerter Manier zu Gold. Der Norweger pulverisiert seinen eigenen Weltrekord.
Karsten Warholm kann selbst nicht fassen, wie schnell er gelaufen ist
Karsten Warholm kann selbst nicht fassen, wie schnell er gelaufen ist
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
03.08.2021 | 10:33 Uhr

Karsten Warholm ist mit einem Wahnsinns-Weltrekord zu Olympia-Gold über 400 m Hürden gestürmt.

Der 25 Jahre alte Norweger verbesserte seine eigene Bestmarke gleich um 76 Hundertstel auf 45,94 Sekunden, danach zerriss sich der Weltmeister im Ziel das Trikot wie einst der deutsche Diskuswerfer Robert Harting.

Silbermedaillengewinner Rai Benjamin (USA) blieb mit 46,17 Sekunden ebenfalls deutlich unter dem alten Weltrekord. Bronze ging an den Brasilianer Alison Dos Santos (46,72).

Olympiasieger Waholm: “Größter Moment meines Lebens”

Nur vier Läufer in der Geschichte hatten vorher Zeiten unter 47 Sekunden erreicht und damit den großen Edwin Moses (47,02) übertroffen - Nummer 4 neben Warholm, Young und Benjamin war der zwischenzeitlich am nächsten an den Rekord herangerückte Abderrahman Samba aus Katar 2018. Warholm knackte als erster unglaubliche 46 Sekunden.

“Wie Beamon in Mexiko, wie Bolt”

Frankreichs Hürden-Legende Stéphane Diagana (ua. Weltmeister 1997) stellte den Norweger danach auf eine Stufe mit den absoluten Legenden der Leichtathletik.

“Wir haben gesehen, wie diese Disziplin vor unseren Augen in eine neue Dimension vorstößt”, sagte Diagana L’Équipe: “Das ist etwas völlig Neues. Niemand hätte sich vorstellen können, dass die 46 Sekunden unterboten werden. Das ist wie Beamon in Mexiko, wie Bolt über die 100 Meter, in dieser Größenordnung. Er hat die Welt verändert.”

Neben Sprint-Superstar Usain Bolt, der neben acht olympischen Goldmedaillen auch mit 9,58 Sekunden den Weltrekord über die 100 Meter hält, spielt Diagana dabei auch auf den Olympiasieg von Bob Beamon in Mexiko Stadt 1968 an.

Der Weitspringer aus den USA sorgte seinerzeit mit seinem Weltrekordsprung über 8.90 Meter für eine Sensation. Das Ereignis wurde als “Sprung ins 21. Jahrhundert” gefeiert. Beamon pulverisierte damals die vorherige Bestmarke regelrecht - 55 Zentimeter sprang er weiter als die vorherigen Rekordhalter Ralph Boston und Igor Ter-Owanesjan. Seit 1991 hält Mike Powell aus den USA mit 8,95 Metern den Weltrekord.

“Ich bin noch nicht fertig”

Hürden-Star Warholm kündigte nach seinem Coup sogar noch weitere Großtaten an.

“Ich habe wie ein verdammter Wahnsinniger trainiert”, sagte Warholm: “Ich hatte letzte Nacht Mühe einzuschlafen, weil ich dieses besondere Gefühl in meiner Brust hatte. Es ist wie das Gefühl, das ich als Sechsjähriger an Heiligabend hatte. Ein Gefühl, von dem man nicht glaubt, dass man es noch einmal haben wird, wenn man älter ist. Aber ich hatte es letzte Nacht.”

Damit ist Warholm nun Europa- und Weltmeister sowie Olympiasieger. “Ich war so fokussiert darauf, die letzte Medaille in meiner Sammlung zu holen und jetzt ist alles komplett”, sagte er: “Ich muss mir neue Ziele setzen, ich glaube, ich bin noch nicht fertig.”

Das deutsche Trio Constantin Preis (Sindelfingen), Luke Campbell und Joshua Abuaku (beide Frankfurt/Main) war im Halbfinale ausgeschieden.

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