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Klosterhalfen im Gefühlschaos

Klosterhalfen im Gefühlschaos

Konstanze Klosterhalfen muss sich über 10.000 m im Kampf um eine Medaille klar geschlagen geben. Dennoch zeigt sie eine starke Leistung.
. SPORT1
von SPORT1
07.08.2021 | 15:17 Uhr

Den ganz großen Coup verpasst, dennoch groß aufgetrumpft: Bei Konstanze Klosterhalfen brach nach dem Finale über 10.000 m ein wahres Gefühlschaos aus.

“Es ist ganz komisch”, meinte die 24-Jährige im ZDF. “Meine Gefühle haben nach der Ziellinie, als ich wieder ein bisschen denken konnte, dreimal gewechselt.”

Die deutsche Rekordhalterin aus Leverkusen kam mit einer starken Zeit von 31:01.97 Minuten als Achte ins Ziel. Die WM-Dritte blieb damit hauchdünn über ihrer nationalen Bestmarke. “Achte - das macht mich richtig stolz und glücklich”, sagte Klosterhalfen. Wenig später brach alles aus ihr heraus. (Olympia 2021: Alle Entscheidungen im SPORT1-Liveticker)

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Klosterhalfen: “Für acht Wochen Training kann ich das nehmen”

Deutschland beste Läuferin hockte völlig erschöpft und trotz der Gluthitze vor Kälte zitternd in der Mixed Zone und wollte gar nicht mehr aufhören zu weinen. All die Sorgen, all die Probleme der so harten vergangenen Monate mussten raus.

“Ich bin so dankbar, dass ich hier sein darf. So dankbar allen, die mich hierhin gebracht haben”, schluchzte die 24-Jährige. Ein Journalist trennte sich von seinem Hemd, Klosterhalfen schlüpfte hinein, um ihre frierenden, auf 1,74 m verteilten 48 Kilo ganz langsam wieder aufzuwärmen. “Es war sehr drückend, aber irgendwann ist mir dennoch richtig kalt geworden”, sagte sie.

In einem Jahr, in dem sie wegen hartnäckiger Beckenprobleme kaum laufen konnte, schaffte sie es dennoch bis auf 26 Hundertstel an ihren deutschen Rekord heranzukommen. “Für acht Wochen Training kann ich das nehmen. Olympia als Einstieg - ich freue mich auf die kommende Saison”, sagte die WM-Dritte über 5000 m.

Hassan holt Gold - Klosterhalfen hält lange gut mit

Gegen übermächtige Konkurrenz verkaufte sich Klosterhalfen teuer, konnte aber erwartungsgemäß nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Die Niederländerin Sifan Hassan gewann in 29:55,32 Minuten ihr zweites Gold nach den 5000 m, damit ist sie die erst zweite Läuferin nach der Äthiopierin Tirunesh Dibaba 2008, der dieses Double gelang. Silber ging an Kalkidan Ezahegne (Bahrain/29:56,18) vor Weltrekordlerin Letensebet Giday (Äthiopien/30:01,71).

Klosterhalfen hielt 4000 m lang am Ende der Spitzengruppe mit, bis sie nach einer Tempoverschärfung abreißen ließ - und dennoch verbissen weiterkämpfte. Im Februar hatte sie in den USA, ihrem Lebens- und Trainingsmittelpunkt, den deutschen Rekord auf 31:01,71 Minuten verbessert - danach begannen die bittersten Wochen ihrer Karriere.

Klosterhalfen wollte, konnte aber nicht - erst kurz vor Olympia war sie überhaupt wieder konkurrenzfähig. Dorthin zu kommen, hatte aber unfassbar viel Kraft gekostet.

Alles zu den Olympischen Spielen 2021 bei SPORT1:

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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