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Olympia 2024: Katholische Kirche schäumt vor Wut

Kirche kritisiert Olympia-Szene

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele hat nicht wenige begeistert und fasziniert. Die gut vier Stunden andauernde Show sorgt jedoch auch für hitzige Diskussionen. Über einen umstrittenen Programmpunkt gibt es nun sogar eine Beschwerde aus dem Vatikan.
Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele von Paris hat der ARD traumhafte Einschaltquoten beschert.
Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele hat nicht wenige begeistert und fasziniert. Die gut vier Stunden andauernde Show sorgt jedoch auch für hitzige Diskussionen. Über einen umstrittenen Programmpunkt gibt es nun sogar eine Beschwerde aus dem Vatikan.

Eine Eröffnungszeremonie, die die Meinungen spaltet, hat es in der Geschichte der Olympischen Spiele natürlich schon häufiger gegeben. So viele Diskussionen wie in diesem Jahr gab es bei den bisherigen Ausgaben der Spiele dennoch nur selten.

Insbesondere eine Szene sorgte dafür, dass selbst zwei Tage nach der Show noch ein riesiger Wirbel herrscht und sich sogar die katholische Kirche eingeschalten hat. In dieser soll es sich um die Inszenierung des Abendmahls handeln. Die Szenerie erinnerte stark an Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde „Das letzte Abendmahl“, bei dem Jesus Christus und seine Apostel dargestellt sind. Bei der Eröffnungs-Show wurden diese von Dragqueens, einem Transgender-Model und einem fast nackten Sänger verkörpert.

Kritik an Abendmahl-Szene: „Eine blasphemische Verhöhnung“

Zwar stand die Show im Zeichen der Werte Gleichheit, Brüderlichkeit und Respekt, jedoch wurde laut Kurienerzbischof Vincenzo Paglia „dieses hohe Ideal aber durch eine blasphemische Verhöhnung eines der heiligsten Momente des Christentums getrübt“. Pagila ist Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben und tat seinen Unmut gegenüber der Zeitung Il Giornale kund.

Bereits vor der Kritik von Paglia hatte es einige wenig erfreute Wortmeldungen gegeben. Der Passauer Bischof Stefan Oster, der in der Deutschen Bischofskonferenz für den Sport zuständig ist, schrieb auf X von einem „queeren Abendmahl“, welches „ein Tiefpunkt und in der Inszenierung völlig überflüssig“ gewesen sei.

Doch nicht nur Vertreter der katholischen Kirche verdeutlichten ihren Ärger, sondern auch Spaniens-Liga-Boss Javier Tebas. „Inakzeptabel, respektlos, schändlich. Die Verwendung des Bildes des letzten Abendmahls bei den Olympischen Spielen in Paris ist eine Beleidigung für uns Christen. Wo bleibt der Respekt vor dem religiösen Glauben?“, hatte dieser schon kurz nach der Show moniert.

Tesla-Chef Elon Musk schlug ähnlich wie konservative und rechtsextreme Politiker aus Frankreich in eine ähnliche Kerbe ein. Russlands Außenamtsprecherin Maria Sacharowa sprach von einer „Gay-Pride-Parade“, während ein Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche laut Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers gar von einem „kulturellen und historischen Selbstmord“ sprach.

Olympia-Macher wehren sich gegen Kritik

Angesichts der deutlichen Kritik sahen sich die Olympia-Macher gezwungen, auf die Kunst- und Meinungsfreiheit hinzuweisen und damit die Vorwürfe zu entkräften. OK-Chef Tony Estanguert verdeutlichte, dass die Show zum Nachdenken anregen sollte, während Thomas Jolly, Regisseur der Eröffnungszeremonie, anmerkte, dass es „nie die Absicht war, unverschämt zu sein“.

Zudem sei in Frankreich „das künstlerische Schaffen frei“ und die Idee gewesen, inklusiv zu sein bzw. niemanden auszuschließen. Estanguert stellte außerdem klar, dass die komplette Show mit den Grundlinien des IOC abgestimmt worden sei.