Der deutsche Profiboxer Agit Kabayel glaubt an den ganz großen Olympia-Coup seines früheren Trainingspartners Nelvie Tiafack. „Auf jeden Fall traue ich ihm Gold zu“, sagte der Schwergewichtler aus Bochum über seinen Landsmann im Münchner Merkur/tz: „Er muss sich vor niemandem verstecken.“ Tiafack (25) kämpft am Freitag (17.38 Uhr) in Paris gegen den Italiener Diego Lenzi um den Einzug ins Halbfinale, mit einem Sieg hätte der Superschwergewichtler (über 92 kg) eine Medaille bereits sicher. Die beiden Verlierer der Vorschlussrunde erhalten jeweils Bronze.
Kabayel über Tiafacks Olympia-Chancen: "Traue ihm Gold zu"

Enge Verbindung und Unterstützung
"Wir haben mal ein paar Runden Sparring gemacht. Nach wie vor ist Kontakt da. Ich habe Nelvie vor dem Kampf viel Glück gewünscht", sagte Kabayel, der in den Olympischen Spielen "die perfekte Bühne für den Übergang in den Profibereich" sieht. Kabayel selbst war nur kurz Amateur und nie bei Olympia dabei, dafür darf er nach einem Sieg gegen den Kubaner Frank Sanchez im Mai auf einen baldigen WM-Kampf hoffen.
Kritik an mangelnder Unterstützung
Mit der Unterstützung des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) ist der 31-Jährige dabei aber äußert unzufrieden. Er habe "noch nie einen Cent Sportförderung" bekommen, sagte Kabayel, der den Verband auch für die mangelnde Vermarktung seiner Leistungen in Deutschland verantwortlich macht: "International werde ich von allen großen TV-Sendern eingeladen. Der Trainer von Mike Tyson kommt zu mir und gibt mir Props. In Deutschland klopft dagegen nicht mal das Frühstücksfernsehen an."