Die deutschen Skilangläuferinnen haben das nächste kleine Teamsprint-Märchen bei Olympia geschrieben: Laura Gimmler und Coletta Rydzek gewannen am Mittwoch in Val di Fiemme Bronze und holten vier Jahre nach dem Sensations-Gold von Katharina Hennig Dotzler und Victoria Carl in Peking die erlösende erste Medaille für die deutsche Langlauf-Auswahl in Norditalien.
Olympia: Deutsches Märchen dank "sensationellem Finish"
Deutsches Olympia-Märchen!
Mit einer grandiosen Schlussrunde stürmte Schlussläuferin Rydzek noch auf den dritten Platz nach vorne, im Zielsprint kämpfte sie die Norwegerin Julie Bjervig Drivenes nieder.
„Das ist wie ein Ehering. Das verbindet uns für immer. Verarbeitet ist noch gar nichts und ich denke das dauert ein paar Tage. Aber wir werden ab jetzt alles in vollen Zügen genießen. Das erlebt man nicht so oft im Leben“, sagte Gimmler sichtlich berührt dem ZDF.
„Mamma mia. Es ist Bronze. Es ist Bronze. Ja Kinder, viel spannender könnt ihr es nicht machen. Auf der Zielgeraden umgebogen das Ganze”, jubelte ARD-Kommentator Jens-Jörg Rieck: „Mit einem sensationellen Finish holt sich Deutschland hier wahrscheinlich die einzige Langlauf-Medaille.“
Olympia - Skilanglauf: „Endlich hat es geklappt“
Auch Experte Jochen Behle reagierte emotional auf die überraschende Medaille: „Wir haben gesagt, dass sie dazu in der Lage ist. Das ist doch jetzt schön fürs Deutsche Team. So lange haben sie auf die Medaille warten müssen. Endlich hat es geklappt“, freute sich der ehemalige Langläufer bei Eurosport.
Gold ging nach im Wechsel gelaufenen sechs Runden über 1,5 km im freien Stil an die schwedischen Topfavoritinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist. Silber holten sich die Schweizerinnen Nadja Kälin und Nadine Fähndrich.
Deutscher Langlauf-Coup im Ziel bejubelt
Gimmler und Rydzek hatten in der Qualifikation am Morgen viel Kraft gelassen, zeigten dann aber im Finale ein mutiges Rennen und kämpften bis zuletzt um den Anschluss. Anders als in der Staffel brach Gimmler diesmal nicht ein, wechselte nach ihrer letzten Runde als Vierte. Rydzeks Beine waren frisch genug, um in der entscheidenden Phase dagegenzuhalten.
Hennig Dotzler fieberte mit ihren Teamkolleginnen, für die Klassik-Spezialistin kam ein Start im freien Stil nicht infrage. Carl, die 2022 mit Hennig Dotzler im damals klassisch gelaufenen Wettbewerb Olympiasiegerin geworden war, fehlte in Val di Fiemme nach einem positiven Dopingtest im vergangenen Jahr.
Coletta Rydzeks Bruder Johannes, der am Donnerstag ebenfalls im Teamsprint um eine Kombinations-Medaille kämpft, drückte seiner Schwester wie schon im Einzelsprint an der Strecke die Daumen und fiel ihr im Ziel um den Hals. Als Solistin war Rydzek in der vergangenen Woche Achte geworden, Gimmler Siebte.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)