Der Auftritt von Team Deutschland abseits der Pisten, Loipen und Eiskanäle ist aktuell eines der meistdiskutierten Olympia-Themen. Noch bevor bei den Winterspielen in Mailand und Cortina die ersten Medaillen vergeben werden, sorgt das offizielle Outfit der deutschen Athletinnen und Athleten für reichlich Gesprächsstoff. Im Mittelpunkt steht der Look für die Eröffnungsfeier in Mailand (am 6. Februar im LIVETICKER) – und der polarisiert.
Olympia 2026: Das Deutschland-Outfit für die Olympischen Spiele - mit Poncho und Anglerhut
Das deutsche Outfit für Olympia 2026
Ausrüster Adidas hat gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen Behindertensportverband eine rund siebzigteilige „Team-D-Kollektion“ entwickelt. Präsentiert wurde sie im November. Herzstück für den großen Einmarsch ist ein weiter, schwarzer Poncho mit Reißverschluss, kombiniert mit einem Anglerhut. Genau dieses Ensemble löste in sozialen Netzwerken nicht nur positive Reaktionen aus. Begriffe wie „Sack-Mode“ oder „Angler-Look“ machten schnell die Runde.
Olympia-Outfit für Deutschland soll Dynamik symbolisieren
Der ungewöhnliche Schnitt kommt nicht zufällig. Adidas verweist auf die Einflüsse der jüngeren Generation, auf Oversize-Silhouetten, variable Passformen und modische Accessoires.
Der Poncho soll Bewegungsfreiheit bieten, wetterfest sein und sich für unterschiedliche Körperformen eignen. Die leuchtenden Muster in Gelb, Rot und Grau sind von der olympischen Flamme inspiriert und sollen Dynamik sowie Gemeinschaft symbolisieren.
Während viele Fans den Auftritt kritisch sehen, verteidigt der Verband das Konzept. Es gehe um Einheit, Funktionalität und Wiedererkennbarkeit. Alle Teammitglieder tragen bei der Eröffnungsfeier bewusst ein einheitliches Outfit. Die Kollektion basiert technisch auf der adidas-Terrex-Linie und ist für extreme Witterungsbedingungen ausgelegt.
Olympia-Teilnehmer äußern sich positiv zur Kollektion
Auch aus dem Kreis der Aktiven kommen differenzierte Stimmen. Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich sagte: „Wir haben schlichte, aber trotzdem coole Farben. Man sieht, dass es Deutschland ist und da ist man stolz, das zu tragen.“
Andere Athletinnen und Athleten äußerten sich zurückhaltender, zeigten sich aber vom Tragekomfort überzeugt. Abseits des Ponchos fällt die Kollektion deutlich klassischer aus.
Olympia 2026: Anglerhut als Kult oder Fehlgriff?
Für Wettkampf und Training dominieren Schwarz, Rot und Weiß, ergänzt durch funkelnde Nuancen. Für das Olympische Dorf und die Freizeit setzt Team D auf schimmernde Töne wie Rubinrot, Creme und Grauabstufungen. Adler, GER-Schriftzug und grafische Elemente ziehen sich als roter Faden durch alle Teile.
Die Diskussion ist nicht neu. Schon bei vergangenen Spielen stand die deutsche Olympia-Bekleidung immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Auch diesmal zeigt sich: Kleidung ist mehr als Nebensache. Sie transportiert Haltung, Identität und Zeitgeist. Ob der Anglerhut bei der Eröffnungsfeier Kultstatus erreicht oder als modischer Fehlgriff in Erinnerung bleibt, wird erst der große Auftritt entscheiden.