Dass Gela Allmann dieser Tage als ARD-Expertin für die neue olympische Sportart Skibergsteigen im Fernsehen zu sehen ist, grenzt an ein Wunder. Die ehemalige Athletin hatte vor 12 Jahren einen schweren Unfall, bei dem sie lebensbedrohlich verletzt wurde.
Olympia 2026: Das Wunder einer Botschafterin
Sie war schon so gut wie tot
Nach unzähligen Operationen, mehr als sechs Monaten im Krankenhaus und zahlreichen Jahren in der Reha kann sie nun endlich wieder das tun, was sie am meisten liebt: Skibergsteigen.
Ein Moment, der alles veränderte
Eigentlich war in Gela Allmanns Leben alles normal. Sie war im Berglaufen und Skibergsteigen erfolgreich und genoss ihren Extremsport in den Bergen. Doch dann änderte sich auf einen Schlag alles: Im April 2014 stürzte die heute 42-Jährige bei Filmaufnahmen in Island über 800 Höhenmeter in die Tiefe.
„Ich habe völlig realisiert: Das ist jetzt kein Traum, das ist dein Leben. Das ist jetzt vorbei“, sagte sie in einem Porträt der ARD.
Sie war über eine Klippe hinweg gestürzt und zog sich schwerste Verletzungen zu, am ganzen Körper. Viele Bänder waren gerissen, Knochen zertrümmert und ein wichtiger Nerv am Bein zerfetzt. Beim Schlittern über das Eis verbrannte die Haut, der fünfte Lendenwirbel war kaputt. Und: Die Hauptarterie im Oberschenkel war durchtrennt.
Eigentlich ein Totalschaden, sie dachte an den Tod: „Wenn ich da damals auf Island verstorben wäre, weiß ich, dass ich da ganz am Ende mit mir im Reinen war“, sagte sie zur Bild-Zeitung. Doch Gela Allmann wollte nicht aufgeben: „Als ich im Schnee lag, wollte ich kämpfen. “
Es dauerte quälende eineinhalb Jahre (!), bis sie wieder ein Kribbeln in ihrem schwerer verletzten Bein spüren konnte. Allmann verbrachte ein halbes Jahr im Krankenhaus, die Erfolge der Reha waren lange nicht absehbar.
„Man wird demütiger“
Inzwischen ist Allmann nicht nur eine Botschafterin ihrer Sportart, sondern auch eine Botschafterin für das Leben. „Man merkt, es kann jeden Moment vorbei sein“, sagte sie in der ARD. Ihre Erfahrung habe sie viel stärker gemacht, sie empfinde das Gelernte heute als Bereicherung.
„Selbst wenn die Ausgangssituation verdammt schlecht aussieht, können wir selbst noch verdammt viel daraus machen“, ordnete sie ihren Kampf zurück ins Leben ein. Sie habe sich klargemacht, dass diese tragische Geschichte nicht umsonst passiert sei.
Heute nutzt sie ihre Geschichte, um andere Menschen während emotionaler Tiefpunkte zu motivieren und ihnen immer wieder zu zeigen, dass jeder Tag wertvoll ist. Neben ihren Vorträgen veröffentlichte sie unter anderem ein Buch und ließ ihre Reha-Geschichte von einem Dokumentationsteam begleiten.
Bei ihrer ersten Rückkehr in die Berge habe sie gewusst, wofür sie die letzten Jahre gekämpft hatte: „Ich wusste, da will ich wieder hin. Das war für mich eine wahnsinnige Vision, ein richtiger Antrieb. Und da Step für Step wieder hinzukommen, das habe ich unglaublich genossen.“
Skibergsteigen feierte in Bormio olympische Premiere
Die olympische Premiere ihrer Sportart begleitete Allmann als TV-Expertin. Die Trendsportart vereint das Bergsteigen mit Tourenski, das schnelle Entfernen der Aufstiegsfelle und die anschließende Abfahrt. Neben der Ausdauer spielt somit auch die Koordination in den Wechselzonen eine große Rolle.
Bei der olympischen Premiere in Italien wurde bereits der Sprint absolviert. Am Samstag steht die Mixed Staffel auf dem Programm (LIVETICKER).