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Rätselhaftes Drama um deutsche Gold-Hoffnung: "Ich weiß nicht, was genau war"

Rätselhaftes Drama um Gold-Hoffnung

Die Entscheidung um die Medaillen in der Nordischen Kombination wird zu einem packenden Thriller - mittendrin Vinzenz Geiger. Doch dann bricht er ein.
Vinzenz Geiger spricht über den größten Nordischen Kombinierer aller Zeiten und die Gefahren für den Sport in der Zukunft.
Die Entscheidung um die Medaillen in der Nordischen Kombination wird zu einem packenden Thriller - mittendrin Vinzenz Geiger. Doch dann bricht er ein.

Der Traum von einer weiteren deutschen Olympia-Medaille ist dramatisch geplatzt. Vinzenz Geiger war in der Nordischen Kombination im Krimi um die Medaillen lange Zeit in der Spitzengruppe dabei - doch auf der Schlussrunde brach er ein und wurde nur Zehnter.

„Ich habe mich heute nicht gut gefühlt. Um für eine Medaille infrage zu kommen, hätte ich topfit sein müssen, und das war ich nicht. Schon nach Seefeld hat es etwas gezwickt“, sagte Geiger in der ARD mit Blick zurück auf den Weltcup Ende Januar, Anfang Februar - ohne genau erklären zu können, woran es seitdem hakt: „Ich weiß nicht. Ich habe mich schon Mitte, Ende der Woche nicht gut gefühlt. Ich weiß nicht, was genau es war. Heute hat nicht alles zusammengepasst, aber ich habe jetzt noch zwei Chancen.“

Während Geiger an einem Anstieg im Finale die Luft ausging, holte der Norweger Jens Luraas Oftebro in einem packenden Finale mit einer Sekunde Vorsprung vor dem Österreicher Johannes Lamparter Gold. Bronze ging an den Finnen Eero Hirvonen (+2,5 Sekunden). Rydzek lag 1:09,4 Minuten zurück, Geiger kassierte 1:52, Julian Schmid als 14. gar 2:56 Minuten Rückstand.

Olympia: Geiger-Einbruch lässt TV-Kommentator rätseln

Der dramatische Einbruch von Geiger auf der Schlussrunde sorgte auch bei ARD-Kommentator Torsten Püschel zunächst für Ratlosigkeit. „Was für ein Drama, auf diesem riesen-langen Anstieg ist er förmlich stehengeblieben. Ich finde ihn nicht“, rätselte Püschel.

Geiger, der am Vortag wegen Knieproblemen das Training ausgelassen hatte, ging als Achter nach dem Springen in das 10-km-Langlaufrennen in Lago di Tesero. Sein Rückstand auf den führenden Esten Kristjan Ilves betrugt nur 29 Sekunden.

Schnell bildete sich eine Verfolgergruppe um Geiger, während Ilves seinen Vorsprung im ersten Drittel des Rennens noch verteidigen konnte. Nach der Hälfte des Rennens war der Führende aber gestellt, es entwickelte sich ein enger Kampf um die Medaillen.

Auf der letzten Runde musste Geiger dann allerdings abreißen lassen, in den Kampf um die Medaillen konnte er nicht mehr eingreifen. Mit einem Rückstand von 1:52 Minuten kam er letztlich nur als Zehnter ins Ziel.

Traum von erneutem Gold-Coup bei Olympia dramatisch geplatzt

Für den zweimaligen Olympiasieger platzte damit der Traum eines erneuten Gold-Coups auf dramatische Art und Weise. 2022 in Peking hatte Geiger in einem packenden Rennen von Platz elf aus nach dem Springen Gold im Einzel von der Normalschanze geholt.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry verfolgte den Wettbewerb der Kombinierer vor Ort. Für die Athleten war es der Start in wegweisende Winterspiele, in die sie mit reduzierten Starterfeldern gehen müssen. Die Kombiniererinnen sind gar nicht erst dabei. Für Olympia 2030 ist die Traditions-Sportart, die seit der Premiere 1924 in Chamonix dabei ist, nicht gesetzt.

Das IOC will die Wettbewerbe in Val di Fiemme genau beobachten, um auch auf dieser Grundlage über die Zukunft der Kombination zu entscheiden. Erfreulich: Trotz Schmuddelwetters waren am Mittwochmorgen erstaunlich viele Fans in das Skisprung-Stadion von Predazzo gekommen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)