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Olympia 2026: Eine provokante Geste sorgt für Zoff

Eine provokante Geste sorgt für Zoff

Norwegens Frauen jubeln über Olympiasieg in der Langlauf-Staffel gegen die Dauerrivalinnen aus Schweden. Ein besonders ausgelassener Freudeschrei von Schlussläuferin Heidi Weng löst jedoch eine Fair-Play-Debatte aus.
Heidi Weng bejubelt Norwegens Staffel-Coup
Heidi Weng bejubelt Norwegens Staffel-Coup
© IMAGO/Xinhua
Norwegens Frauen jubeln über Olympiasieg in der Langlauf-Staffel gegen die Dauerrivalinnen aus Schweden. Ein besonders ausgelassener Freudeschrei von Schlussläuferin Heidi Weng löst jedoch eine Fair-Play-Debatte aus.

Die schwedisch-norwegische Rivalität im Skilanglauf schreibt bei den Olympischen Winterspielen 2026 ein weiteres Kapitel. Waren in den Einzel-Rennen die Schwedinnen das Nonplusultra, revanchierten sich die Norwegerinnen im Rahmen des Staffel-Wettbewerbs, weil eine schwedische Läuferin einen Albtraumtag erlebte.

Insbesondere bei Norwegens Schlussläuferin Heidi Weng scheint sich so einiges angestaut zu haben, das nach dem Rennen raus musste. Als sich das siegreiche Quartett vor den Kameras positionierte und die Schwedinnen vorbeigingen, schrie Weng ein paar Mal besonders laut „Jaaa“! Zuvor hatte sie sich nach ihrer Zieldurchfahrt bereits die Hand an die Stirn gehalten und so getan, als würde sie die Schwedinnen suchen.

Es ist nicht sonderlich überraschend, dass diese Aktion bei den Schwedinnen nicht sonderlich gut ankam. Das Quartett hatte nach zwei Stürzen von Ebba Andersson über eine Minute Zeit verloren, da sie bei einem Sturz sogar ihren Ski verloren hatte. So musste sich Schweden mit dem zweiten Platz begnügen.

Olympia 2026: Weng-Jubel missfällt Schweden-Chef

„Wir werden später erfahren, was sie sich zu sagen hatten. Ob es auch hier einen Curling-Streit gab“, sagte Schwedens Nationalmannschafts-Chef Anders Byström nach dem Rennen laut Sportbladet.

Byström spielt dabei auf einen heftigen verbalen Schlagabtausch beim Curling-Duell zwischen Schweden und Kanada an.

Byström ist sich sicher, dass sein Team sich als fairer Gewinner gezeigt hätte. „Die Schwedinnen hätten nicht geschrien. Fairplay ist wichtig, aber ich glaube nicht, dass Heidi Weng darüber nachdenkt“, wurde er deutlich.

Der Schwede ließ es sich aber nicht nehmen, ein wenig zurückzusticheln. „Das war nicht schön, aber man muss ihre Freude verstehen. Sie hatten harte Wettkämpfe und waren nicht mal in der Nähe der Goldmedaille. Jetzt sind sie natürlich stolz“, meinte er süffisant.

Ribom mächtig angefressen: „Es ist wie immer“

Die schwedische Ersatzläuferin Emma Ribom ließ auch kein gutes Haar an den Gewinnerinnen.

„Es ist wie immer“, monierte sie. „Natürlich darf man feiern, aber man sollte den anderen Teams Respekt zollen. Umso mehr nach dem ziemlich schweren Sturz von Ebba Andersson“, beklagte sie.

Andersson selbst wollte sich mit dem Thema nicht näher befassen. „Ich war für die Unterstützung, die ich nach dem Sturz erhalten habe, kaum empfänglich. Genauso unempfänglich war ich für ihre Feierlichkeiten“, meinte sie nur.

Auch die zweifache Gold-Gewinnerin bei diesen Spielen, Frida Karlsson, zeigte Verständnis. „Ich verstehe ihre Freude und dass sie mit ihren Gedanken nicht bei dem sind, was um sie geschieht“, führte sie aus.

Weng verwundert: „Man sollte feiern dürfen“

Weng selbst kann die Aufregung um ihre Person nicht verstehen.

„Ich hatte das Gefühl, dass wir in Trondheim 2025 dasselbe zu hören bekamen. Damals war die Freude der Schweden riesig. Ich finde, man sollte ein bisschen feiern dürfen, wenn man etwas so Großes erreicht hat“, argumentierte sie.

Ob die Such-Geste mit der Hand auch zwingend dazu zählt, ließ sie offen.