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„Nur widerlich”: TV-Vorfall bewegt über Olympia hinaus

„Nur widerlich”: TV-Vorfall bei Olympia

Der Ringeorden betont im Fall des von einem Schweizer TV-Kommentatoren angegangenen Sportlers den einigenden Charakter der Spiele.
Adam Edelman im Zweierbob
Adam Edelman im Zweierbob
© AFP/SID/Stefano RELLANDINI
Der Ringeorden betont im Fall des von einem Schweizer TV-Kommentatoren angegangenen Sportlers den einigenden Charakter der Spiele.

Das Internationale Olympische Komitee sieht sich für den Fall des von einem Schweizer TV-Kommentatoren angegangenen Olympia-Bobpiloten Adam Edelman nicht zuständig. „Was konkrete Äußerungen eines Kommentators angeht, so müssen Sie sich an den Sender wenden“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag und betonte: „Es geht bei Olympia darum, Menschen zusammenzubringen - unabhängig davon, was in der Welt passiert.“

Ein Kommentator des öffentlich-rechtlichen Senders RTS hatte behauptet, der israelische Sportler Edelman habe in den Sozialen Medien mehrere Beiträge veröffentlicht, die den „Genozid in Gaza“ befürworteten. Zudem habe Edelman vom „moralisch gerechtesten Krieg der Geschichte“ gesprochen oder eine „Free Palestine“-Inschrift verspottet.

Edelmann kontert - TV-Sender reagiert

Edelman sprach bei X von einer „Schmährede“. Wer die wahre Geschichte der „Shul Runnings“ kenne, wie sich das israelische Bobteam in Anlehnung an den legendären Olympia-Schlitten aus Jamaika nennt, könne den Worten des Kommentators „keinerlei Glaubwürdigkeit“ schenken.

Der Fernsehmann ging noch weiter und stellte die Teilnahme Edelmans an den Spielen von Mailand und Cortina insgesamt in Frage. Wie jene Russen, die Putins Angriffskrieg in der Ukraine unterstützten, hätte auch der 34-Jährige ausgeschlossen werden müssen, legte er nahe.

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RTS hat den entsprechenden Beitrag von seiner Internetseite genommen. Zugleich verteidigte der Sender seinen Mitarbeiter. „Unser Journalist wollte die Politik des IOC bezüglich der Äußerungen des betroffenen Athleten hinterfragen“, teilte der Sender laut dem Portal 20 Minuten mit: „Allerdings ist eine solche Information, obwohl sachlich richtig, aufgrund ihrer Länge für einen Sportkommentar ungeeignet.“

„Einfach nur widerlich“

Der Fall zog Kreise bis in die hohe Politik. Der US-Botschafter in Israel, der Republikaner Mike Huckabee, kommentierte bei X: „Es ist einfach nur widerlich, dass der judenfeindliche Schweizer ‚Sportreporter‘ während des Wettkampfs Hass und Hetze gegen das israelische Bobteam und dessen Kapitän AJ Edelman verbreitete.“

Edelman ist gebürtiger US-Amerikaner. 2018 war er als Skeletoni bei Olympia, jetzt hat er die Spiele als erster israelischer Sportler in einer zweiten Sportart erreicht.