Nur eine einzige Medaille konnten die deutschen Biathletinnen und Biathleten bei Olympia einfahren. Für das erfolgsverwöhnte deutsche Team eine enttäuschende Bilanz.
Biathlon-Debakel bei Olympia? "War nicht so enttäuschend"
Biathlon-Debakel? „Nicht enttäuschend“
Dabei ging es zunächst mit Bronze in der Mixed-Staffel gut los. Doch danach blieben weitere Erfolge aus. Viele Beobachter sprachen deshalb sogar von einem Biathlon-Debakel.
Eine viel zu übertriebene Einschätzung, wie Peter Sendel, Olympiasieger von 1998 im Gespräch mit der Welt erklärte: „Es war nicht alles so enttäuschend, wie das im Medaillenspiegel aussieht.“
„Wir hatten viele gute Leistungen der Deutschen, am Ende hat aber oft ein Quäntchen zur Medaille gefehlt hat. Aber es zählen eben nicht nur die Medaillen“, sagte Sendel, räumte dann aber auch ein: „Wir hatten viele Platzierungen unter den ersten Acht, das waren gute Ergebnisse, aber bei Olympia interessiert es keine Sau, wenn du Vierter wirst.“
Olympia: „Drei, vier Podestplätze wären drin gewesen“
Schaue man aber einzig auf die Leistungen, seien es aber durchaus gute Spiele gewesen: „Auch beim Schießen, wenn ich sehe, wie Vanessa Voigt den letzten Schuss weggibt und damit auch die Medaille.“
„Am Ende hängt es an Kleinigkeiten, die über eine Medaille oder Platz acht entscheiden. Drei, vier Podestplätze wären drin gewesen“, findet der Staffelolympiasieger von 1998.
Sendel ist auch heute, knapp 20 Jahre nach seinem Karriereende noch immer nah dran. Er ist seit Jahren als Biathlon-Trainer im Einsatz, auch jetzt noch als Schießtrainer an DSV-Stützpunkten.
Biathlon-Legende glaubt an rosige Zukunft
Für die Zukunft des deutschen Biathlons zeigt er sich optimistisch, speziell mit Blick auf die kommenden Winterspiele: „Ich traue es vor allem unseren Frauen zu. Mir ist da nicht bange. Da kommt schon noch was. Auch bei den Männern. Wir haben schon noch ein paar hoffnungsvolle Talente. Wenn die gut vorbereitet und gepflegt werden, können sie performen.“
Aber auch aktuell sieht Sendel Deutschland im Vergleich zu den Top-Nationen gut aufgestellt: „Ich sehe uns auf Platz drei, vier mit anderen Nationen wie Schweden und Italien auf Augenhöhe. Frankreich und Norwegen sind uns derzeit enteilt.“
Sorgen um die Zukunft der Sportart, die einst bei Olympischen Spielen einen Medaillen-Regen garantierte, müsse man sich aber auf jeden Fall nicht machen.