Der französische Biathlet Émilien Jacquelin wird während der Olympischen Spiele einen Ohrring von Italiens verstorbener Radsport-Legende Marco Pantani tragen. „Seine Familie hat ihn mir geliehen, damit ich hier in Italien damit laufen kann“, schrieb der 30-Jährige bei Instagram über das besondere Accessoire seines großen Vorbilds: „Marco ist derjenige, der mich dazu gebracht hat, Sport zu treiben.“
Biathlon-Gänsehaut: Jacquelin läuft Olympia mit Pantanis Ohrring
Biathlon-Star ehrt seinen Helden
Von diesen Winterspielen in Antholz, die für die Biathletinnen und Biathleten am Sonntag (14.05 Uhr) mit der Mixed-Staffel beginnen, habe er „jahrelang geträumt. Italien, das Land eines Teils meiner Vorfahren ... aber vor allem das Land von Marco Pantani“, so Jacquelin: „Als ich klein war, kaufte mein Vater uns die Kassette der Tour 1998. Seitdem habe ich nie aufgehört, diesen Piraten zu bewundern.“
Vom Idol getrieben: Jacquelins Sehnsucht nach spektakulären Aufholjagden
Jacquelin, der in Peking mit der Staffel und der Mixed-Staffel olympisches Silber gewonnen hatte, „wollte so sein wie er. Nicht nur Rennen gewinnen, sondern begeistern und mitreißen. Spektakuläre Aufholjagden hinlegen. Mutig sein. Diese Vision des Sports begleitet mich seit meinem fünften Lebensjahr.“
Und so sei auch der 14. Februar für Jacquelin „nie Valentinstag“ gewesen, „sondern ein tragisches Datum, das zu einem Symbol geworden ist“, schrieb der Biathlet. An jenem Tag vor 22 Jahren war Pantani, der während seiner aktiven Karriere unter anderem 1998 die Tour de France und den Giro d’Italia gewann und in seiner Heimat noch immer verehrt wird, tot in seinem Hotelzimmer in Rimini aufgefunden worden. Als offizielle Todesursache gilt eine Kokain-Überdosis.
Das Tragen des glänzenden Ohrrings solle nun Jacquelins Art sein, seinem Helden „Tribut zu zollen. Ihm zu danken. Ihm zu zeigen, dass sein Vermächtnis weiterlebt, dass seine Geschichte Kindern die Freude am Sport vermittelt hat, den Wunsch, über sich hinauszuwachsen, etwas zu wagen, gegen Wind und Wetter anzukämpfen. Leistung zu bringen und dabei man selbst zu bleiben.“