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Eishockey bei Olympia: Diese Worte lassen aufhorchen

Diese Worte lassen aufhorchen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft tritt bei den Olympischen Spielen nicht so stark auf wie erwartet. Nun schlägt ein Routinier Alarm.
Das deutsche Eishockey-Nationalteam um Kapitän Leon Draisaitl ist gegen den Mitfavoriten USA chancenlos und kassiert eine deutliche 1:5-Niederlage. Damit muss das DEB-Team den Umweg über die Qualifikation ins Viertelfinale nehmen.
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft tritt bei den Olympischen Spielen nicht so stark auf wie erwartet. Nun schlägt ein Routinier Alarm.

Sehen wir bei den Olympischen Winterspielen wirklich die beste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Geschichte? Auf keinen Fall, meint ein prominentes Mitglied des DEB-Teams selbst.

Der Routinier und ehemalige Kapitän Moritz Müller schlug nach dem 1:5 gegen die USA öffentlich Alarm. Tenor seiner drastischen Warnung: Noch steht keine geschlossene Mannschaft auf dem Eis.

„Ich glaube, wir haben im Vorfeld viel über diese Mannschaft gesprochen und wie gut sie ist. Die besten Mannschaften, die ich erlebt habe, waren 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen“, meinte der Profi der Kölner Haie.

Draisaitl und Co. noch keine Mannschaft?

Das deutsche Team war - auch wegen der Teilnahme diverser NHL-Stars um Leon Draisaitl - im Vorfeld des Turniers von Experten, Spielern und Trainern als das womöglich am besten aufgestellte Team der Geschichte bezeichnet worden.

Doch Müller, der bei den beiden Überraschungserfolgen der letzten acht Jahre (jeweils Zweiter bei WM und Olympia) dabei gewesen ist, sieht aktuell noch viel Luft nach oben.

„Wir sind wieder in alte Muster verfallen: zu verschnörkelt, zu kompliziert“, monierte der 39-Jährige, der vor dem Turnier durch Draisaitl als Kapitän ersetzt wurde. Zwar habe man „mit Sicherheit die besten Spieler dabei. Aber wir müssen verstehen, wie wir als Mannschaft auf diesem Niveau zu spielen haben.“

Es brauche eine geschlossene Team-Leistung und geradliniges Eishockey. Sieben der 25 Spieler kommen aus der NHL. Doch darauf könne man sich nicht ausruhen, meinte Müller.

„Wir haben ganz tolle Spieler, aber ...“

„Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die zu den besten der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn einer von denen auf dem Eis ist, wir ihm die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert”, erklärte er.

Jede Nation habe Top-Spieler dabei, „und wir als Mannschaft müssen einfach besser zusammenspielen, und damit meine ich alle.“

Müller selbst spielt im laufenden Turnier bisher nur eine untergeordnete Rolle. Bei den drei Vorrundenspielen (ein Sieg, zwei Niederlagen) stand er meist nur wenige Minuten auf dem Eis.

„Das ist nicht meine Entscheidung. Das ist Sache des Trainerteams. Ich kann mir vorstellen, dass jeder gern mehr spielen würde“, kommentierte Müller dies knapp. Als Wortführer sieht er sich sowieso weiterhin: „Es ist richtig, dass ich nicht das C auf der Brust brauche, um gehört zu werden. Ich sage das, was ich sagen möchte.“

So geht es für Deutschland bei Olympia weiter

Deutschland muss nach der eher ernüchternden Vorrunde in die Playoffs, Gegner wird hier die Auswahl Frankreichs sein. Der durchaus kritische Müller glaubt an einen Erfolg.

„Man muss demütig genug sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können. Das muss in unseren Kopf rein. Grundtugenden, die uns immer ausgezeichnet haben, die müssen immer da sein, egal, wie gut die Spieler sind. Dann ist auch Frankreich lösbar.“