Michael ‚Eddie‘ Edwards‘ Weg zur Skisprung-Legende nahm bereits im Jugendalter Formen an, als er immer wieder sportliche Herausforderungen und Mutproben suchte.
Er begann als Lachnummer - und wurde zur Legende
Von der Lachnummer zur Legende
„Ich fing mit 13 mit Skifahren an und hüpfte mit den Ski über Kollegen und Autos“, erinnert sich der Brite, der im vergangenen Dezember seinen 62. Geburtstag feierte, einst in der Luzerner Zeitung über seine ersten Sprungversuche.
Die Geschichte nahm 1985 ihren Lauf, als sich Edwards dazu entschied, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und eines Tages bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Da es zu dieser Zeit keine britischen Skispringer gab, entschloss sich Edwards kurzerhand, das Skispringen zu erlernen und Großbritannien international zu vertreten. Sein großes Ziel: die Olympischen Spiele 1988 in Calgary, die sich dieser Tage zum 38. Mal jähren.
Skispringen: Alles anders bei Edwards
Eddie hatte wenig Geld, dafür war seine Hoffnung umso größer. Da er sich aufgrund seiner finanziellen Lage kaum neues Trainingsequipment leisten konnte, war der Brite auf Unterstützung von anderen Nationen angewiesen.
„Das österreichische Team gab mir bessere Ski, die Westdeutschen einen Anzug, und den Helm hatte ich von den Italienern.“
Das Training sei hart und gefährlich gewesen, diverse Stürze inbegriffen. Er habe „genug Angst“ gehabt, um sich „zu konzentrieren, aber nicht genug, um aufzugeben.“
So kam es auch, dass er bereits nach fünf Monaten Skitraining das erste Mal eine 120-Meter-Schanze hinuntersprang. „Statt 20 Jahre, wie andere Skispringer, trainierte ich 20 Monate.“ Nicht einmal zwei Jahre nach seinem ersten Sprung ging es für ihn zu den Olympischen Spielen.
„Eddie the Eagle“ lieferte dem Publikum eine Show
Edwards‘ Markenzeichen waren seine markanten – und meistens beschlagenen – Brillengläser. Durch seinen äußerst wackeligen Sprungstil lieferte der Brite den Zuschauern stets eine Show und avancierte somit schnell zum Publikumsliebling.
Sportlich lief es in Calgary überhaupt nicht nach Wunsch. Sowohl auf der Normalschanze als auch auf der Großschanze landete Eddie abgeschlagen auf dem letzten Platz. All das rückte damals in den Hintergrund.
„Eddie the Eagle“ schrieb heute vor 38 Jahren Skisprung-Geschichte und galt bei den Fans als der eigentliche Star der Olympischen Spiele.
„Ich brach mir alles Mögliche“
Für Edwards erfüllte sich damals ein Lebenstraum. „Ich brach mir alles Mögliche, auch den Schädel zweimal. Aber es war das alles wert, denn ich war der erste Brite, der sein Land im Skispringen bei den Olympische Spielen vertrat.“
„Eddie the Eagle“ sprang zwar nie weit, dafür direkt in die Herzen der Fans.
Die Geschichte um Michael Edwards ist bis heute eine der skurrilsten und spektakulärsten, die der Wintersport jemals hervorgebracht hat.