Die zweite Medaille erhielt Philipp Raimund zwar nicht, dafür behielt er recht: "Ich hab ja gesagt, dass der Domen möglicherweise drei Trainingssprünge mehr gebraucht hätte - und siehe da: heute ist er voll dagewesen", sagte der Normalschanzen-Olympiasieger nach dem vierten Platz mit dem DSV-Team im Mixed-Wettbewerb am Dienstagabend, den ein ganz starker Prevc mit seinen Slowenen souverän gewann.
Prevc' Taktik-Bock: "Chef-Analytiker" Raimund behält recht
Prevc' Taktik-Bock: "Chef-Analytiker" Raimund behält recht
Raimund 1, Prevc 1: Nach zwei von vier olympischen Entscheidungen steht es im deutsch-slowenischen Duell der Topskispringer unentschieden. Die Fortsetzung gibt es ab Samstag auf der Großschanze. Und Prevc, so glaubt auch Raimund, wird seinen Fehler nicht mehr wiederholen.
Der "Domenator" hatte nämlich im Gegensatz zu Raimund auf die erste Trainingssession auf der Normalschanze in Predazzo verzichtet und war erst einen Tag später angereist - somit blieb ihm nur das Sonntagstraining. "Die kleine Schanze hier ist nicht einfach. Vielleicht rächt sich das", unkte Raimund. Und lag letztlich goldrichtig.
Während der Deutsche am Montag Gold holte, fremdelte Prevc mit der Schanze und wurde nur Sechster. Im Mixed-Team nur einen Tag später war der Slowene dann aber voll da - und in beiden Durchgängen besser als Raimund. Ebenso wie der zweite Slowene übrigens: Auch Anze Lanisek hatte den ersten Trainingstag ausgelassen und im Einzel Platz 26 belegt.
Raimund sieht sich nun aber auch in der Entscheidung von der großen Schanze am Samstag (18.45 Uhr/ZDF und Eurosport) gewissermaßen im Vorteil. "Ich kann auf jeden Fall ein bisschen entspannter an die ganze Sache rangehen. Domen hat ein bisschen mehr Druck, weil er sich letztendlich das Einzel-Gold erstmal noch holen will", sagte der Oberstdorfer: "Dann kann es sein, dass ein bisschen mehr Zwang dazu kommt."
Zumindest in Sachen Psychologie läuft das nächste Duell also schon. Und in der Disziplin "recht haben" führt Raimund bislang hochverdient 1:0.