Das hatte Nika Prevc nicht erwartet! Die absolute Goldfavoritin musste sich am Samstagabend Anna Odine Ström beim Skispringen von der Normalschanze bei den Olympischen Winterspielen geschlagen geben. Zwischen den beiden Kontrahentinnen lagen nur 1,1 Punkte.
Olympia: Erst starrte sie geschockt ins Leere - dann flossen bittere Tränen
Tränen-Drama um Goldfavoritin
Als der überraschende Sieg der Norwegerin feststand, war Prevc fassungslos. Sie guckte konsterniert in die Ferne. Sofort kamen Personen zu ihr, um sie zu trösten. Von möglicher Freude über die Silbermedaille war zunächst keine Spur.
Olympia: Prevc nimmt weinend ihre Medaille entgegen
Prevc packte ihre Sachen schnell zusammen und brach nach einer Weile komplett in Tränen aus. Weinend nahm die 20-Jährige ihre Medaille entgegen, dennoch riss sie dabei ihre Arme in die Luft und versuchte sich zu freuen.
ARD-Experte Sven Hannawald befand, dass man gesehen habe, dass Prevc Nerven gezeigt und die großen Erwartungen an ihr gespürt hat. „Sie hat schon beim Probesprung gemerkt, dass sie Olympiasiegerin werden kann und das ist dann ein ganz anderer Druck als bei den Weltcups. Sowas geht dann auch ins Innere. Sie ist nicht so gesprungen, wie sie wollte und letztlich hat es dann nicht gereicht“, erklärte der 51-Jährige.
Auch Eurosport-Kollege Markus Eisenbichler sah mentale Gründe dafür, dass Prevc ausgerechnet bei Olympia plötzlich schwächelte: „Sie ist zweimal zu früh abgesprungen und dann nur Zweite geworden. Sie war sehr emotional, das tut mir sehr leid. Auf sie ist alles eingeprasselt, aber der Kopf spielt beim Skispringen eine große Rolle. Sie ist noch eine junge Athletin, das vergisst man immer bei ihren Erfolgen. Da muss man erstmal mit dem Druck umgehen können.“
Der sechsmalige Weltmeister hofft, dass Prevc mit etwas Abstand einen anderen Blick auf ihre Silbermedaille gewinnt: „Sie soll sich trotzdem über den zweiten Platz freuen. Meiner Meinung nach sind alle Medaillen bei den Olympischen Spielen golden, das muss ihr erstmal jemand nachmachen.“