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IPC zur Russland-Debatte: "Verstehen die Unzufriedenheit"

Verständnis für Russland-Debatte

Russische Athleten dürfen bei den Winter-Paralympics unter eigener Flagge starten. Der Aufruhr in der Sportwelt ist groß, das IPC zeigt Verständnis.
IPC-Sprecher Craig Spence
IPC-Sprecher Craig Spence
© AFP/SID/FRANCK FIFE
Russische Athleten dürfen bei den Winter-Paralympics unter eigener Flagge starten. Der Aufruhr in der Sportwelt ist groß, das IPC zeigt Verständnis.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat in der Debatte um die Wiederzulassung russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten unter eigener Flagge bei den anstehenden Winterspielen in Norditalien erneut auf die Demokratie verwiesen, aber auch Verständnis gezeigt.

„Wir verstehen, dass viele Länder mit dieser Entscheidung unzufrieden sind, aber sie wurde im Rahmen eines sehr demokratischen Prozesses getroffen“, teilte IPC-Sprecher Craig Spence der Nachrichtenagentur AFP mit und betonte: „Wir haben diese Entscheidung allen unseren Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt, die sich für die Rückkehr von Russland und Belarus ausgesprochen haben.“

Die Generalversammlung des IPC hatte Ende September mehrheitlich für die Aufhebung der Suspendierung der kriegsführenden Länder gestimmt. Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus dürfen somit unter eigener Flagge antreten, nationale Embleme zeigen und im Erfolgsfall ihre Hymne hören. Am Dienstag waren sechs russische und vier belarussische Sportlerinnen und Sportler bei der Vergabe der Wildcards für die Paralympics zugelassen worden.

Die Ukraine kündigte daraufhin an, die Eröffnungsfeier der Spiele (6. bis 15. März) in Verona zu boykottieren, Tschechien schloss sich wenig später an. Spence zufolge hätten die Ukraine und Tschechien bereits zuvor entschieden, keine Sportler zur Zeremonie zu schicken, da sie am nächsten Tag in den jeweiligen Wettbewerben starten.

„Viele Länder, die aus Wettkampfgründen ohnehin nicht vorhatten, jemanden zur Zeremonie zu entsenden, behaupten nun, es handele sich um einen Boykott“, sagte Spence. Er habe zudem noch keine offiziellen Informationen aus der Ukraine und Tschechien bezüglich eines Boykotts erhalten.