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"Nicht zu spät": Heraskewytsch hofft auf Russen-Ausschluss

Hoffnung auf Russen-Ausschluss

Der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch hofft noch auf einen Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics.
Der Ukrainer Vladyslav Heraskevych wurde von den Olympischen Winterspielen disqualifiziert. Ausgeschlossen wurde er wegen seinem Helm, der die Bilder von Ukrainerinnen und Ukrainern zeigt, die im Krieg gegen Russland gestorben sind.
Der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch hofft noch auf einen Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics.

Der ukrainische Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch glaubt noch an einen Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics und hofft dabei auf deutsche Unterstützung. „Deutschland ist ein starkes, einflussreiches Land im Sport. Eine klare Position hat Gewicht“, sagte der 26-Jährige der Bild: „Auch der Druck auf die italienische Regierung wächst jetzt, wenn immer mehr Länder die Eröffnungsfeier boykottieren. Es ist noch nicht zu spät, die Russen auszuschließen. Man könnte ihnen die Visa entziehen.“

Mit einem Boykott der Eröffnungsfeier am Freitag habe Deutschland bereits „ein wichtiges Zeichen“ gesetzt, führte der bei Olympia wegen seines Helms ausgeschlossene Skeletoni aus. Er habe aber den Eindruck, dass Deutschland gegenüber den Verbänden „sehr vorsichtig agiert. Es gibt viel Zurückhaltung bei den Offiziellen. Ein Grund könnte sein, dass Deutschland selbst Olympische Spiele ausrichten möchte. Wenn ein Land Gastgeber werden will, legt es sich nicht gern mit dem IOC an.“

Dies möge „politisch verständlich“ sein, er halte es aber für „moralisch schwierig. Entscheidungen sollten auf Werten basieren – nicht auf strategischen Interessen“, so Heraskewytsch.

Russen-Start widerspricht „allen sportlichen Prinzipien“

Der Start der Russen widerspreche aus seiner Sicht „allen sportlichen Prinzipien. Was mich besonders schockiert: Es gibt keinerlei ernsthafte Überprüfung der Athleten. Gleichzeitig wurde ich disqualifiziert – angeblich wegen eines Verstoßes gegen Regeln. Aber hier sagt man plötzlich, man könne nichts gegen Flaggen und Hymnen tun.“

Dies sei „total widersprüchlich“, betonte der Ukrainer. Russland werde die Bühne nutzen, „um Narrative zu verbreiten, um ein positives Bild zu erzeugen – während in der Ukraine ein Krieg tobt. Sie dürfen aufs Podium, hören ihre Hymne, während sie gleichzeitig in der Ukraine Menschen töten“. Er habe aus Russland selbst gehört, „dass Hunderte Athleten im Krieg waren und nun Teil paralympischer Teams sind“. Eine unabhängige Prüfung habe es nicht gegeben.