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Paralympics: "Ehre der Ukraine"

Paralympics: "Ehre der Ukraine"

Die Emotionen im Team sind beim Auftakt der Winterspiele angesichts der Sorgen in der Heimat groß.
Oleksandra Kononowa
Oleksandra Kononowa
© IMAGO/Parasport Sverige/SID/Oscar Olsson
Die Emotionen im Team sind beim Auftakt der Winterspiele angesichts der Sorgen in der Heimat groß.

Nach dem Boykott der Eröffnungsfeier und dem Entsetzen über die Teilnahme Russlands hat die Ukraine bei den Paralympics gleich einmal sportlich einige Ausrufezeichen gesetzt. Nach dem ersten Wochenende setzte sich das Team im Medaillenspiegel an die zweite Stelle hinter China. Die Emotionen angesichts der prekären Lage in der Heimat waren groß.

"Ehre der Ukraine. Ich möchte meinen Sieg dem ganzen ukrainischen Volk und der ukrainischen Armee widmen, denn im Moment sind es schwere Zeiten in der Ukraine. Wir versuchen, die Ukraine so gut wie möglich zu repräsentieren", sagte die Para-Biathletin Oleksandra Kononowa mit Gold um den Hals unter Tränen. Sie sei "sehr glücklich, dass wir hier die ukrainische Hymne hören."

Auch Ljudmyla Ljaschenko, die im Biathlon Bronze holte, war sichtlich berührt. Sie fühle sich "geehrt, die Ukraine vertreten zu dürfen. Wir würdigen alle Sportler und Kämpfer, die in diesem Krieg gestorben sind."

An den ersten beiden Wettkampftagen zeigte sich das ukrainische Biathlon-Team in Tesero trotz aller Sorgen wegen des russischen Angriffskrieges in Topform. Insgesamt holten sie zehn Medaillen, davon dreimal Gold.

Im Vorfeld der Paralympics hatte es viel Wirbel um die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) gegeben. Die Ukraine fühlte sich dadurch verraten.

"Wir werden für die sportlichen Siege der ukrainischen Athleten bei den XIV. Paralympischen Winterspielen kämpfen und uns gemeinsam mit Athleten anderer Länder für die Grundsätze der Gerechtigkeit im paralympischen Sport einsetzen", hatte das Ukrainische Paralympische Komitee vor dem Auftakt mitgeteilt.

Man rufe das IPC dazu auf, "sich an die hohen Ideale der internationalen paralympischen Bewegung zu erinnern und den politischen Einfluss eines Landes zu stoppen, das die Welt in Richtung eines dritten Weltkriegs treibt".

Sechs russische und vier belarussische Sportlerinnen und Sportler sind in Mailand und Cortina am Start. Skirennfahrerin Warwara Worontschichina und Alexej Bugajew holten bei den Alpinen am Samstag die ersten Medaillen für Russland bei Paralympics seit den Heimspielen von Sotschi 2014.