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Schwere Vorwürfe der Ukraine gegen IPC: "Systematischer Druck"

Schwere Vorwürfe der Ukraine gegen IPC

Die Ukrainer fühlen sich bei den Paralympischen Winterspielen ungerecht behandelt. Das IPC reagiert überrascht.
Kononowa bei der Siegerehrung
Kononowa bei der Siegerehrung
© IMAGO/Parasport Sverige/TT/SID/Oscar Olsson
Die Ukrainer fühlen sich bei den Paralympischen Winterspielen ungerecht behandelt. Das IPC reagiert überrascht.

Die Ukraine hat schwere Vorwürfe gegen das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und die Veranstalter der Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo erhoben. In einer langen Stellungnahme beklagte das Nationale Paralympische Komitee unter anderem „systematischen Druck“ seitens des IPC und des Organisationskomitees OCOG.

Laut der Ukraine hätten Vertreter der Organisatoren erzwungen, die Nationalflagge aus dem Paralympischen Dorf zu entfernen. Auch sollen Vertreter des IPC und des OCOG gemeinsame Teamabende stören und diese für unzulässig erklären. Zudem sei die Biathlon-Goldmedaillengewinnerin Oleksandra Kononowa kurz vor der Siegerehrung dazu gedrängt worden, ihre Ohrringe mit dem Schriftzug „Stop War“ abzulegen. Der Familie des Skilangläufers Taras Rad habe man die ukrainische Fahne auf der Tribüne weggenommen.

Das IPC reagierte „überrascht“ auf die Erklärung des Ukrainischen Paralympischen Komitees, „da dieses bei den Chef-de-Mission-Sitzungen, dem offiziellen Kanal für Rückmeldungen der NPCs, keine Bedenken geäußert hatte“, teilte ein Sprecher auf SID-Anfrage mit. Die Ukraine habe „weder formell noch informell Bedenken geäußert, sondern diese nur über die Medien vorgebracht“.

Das IPC habe „zwar Verständnis für die Situation des ukrainischen Volkes, aber dieses Verständnis reicht nicht so weit, dass wir dem NPC Ukraine erlauben würden, gegen die Regeln dieser Spiele zu verstoßen“, hieß es weiter. Im Vorfeld der Spiele seien die Vorschriften des IPC den teilnehmenden Nationen „klar mitgeteilt“ worden.

Im Falle Kononowas sei die Biathletin „höflich“ darum gebeten worden, die Ohrringe abzunehmen, „da sie gegen die Regeln des IPC verstoßen könnten. Die Athletin willigte ein und entfernte sie“, hieß es vonseiten des IPC.