Der Berliner Radsport-Amateur und Assistenzarzt Frederik Niessen hat nach seinem „Sieg“ über den fünfmaligen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar die Aufmerksamkeit von Unternehmen und Profi-Radteams auf sich gezogen.
Nach Sieg bei "Pogi Challenge": Deutscher Arzt hat Angebote
Angebote für Pogacar-Besieger?
„Es ist der pure Wahnsinn. Plötzlich fragen Firmen bei mir an, ob sie mir Sportsachen schenken können. Tatsächlich wurde auch schon das Wort Profivertrag in den Mund genommen“, sagte der 31-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Er wolle „jetzt keine Namen nennen. Aber ja, ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern“, führte der Internist aus. Sein Leben jedenfalls hat sich durch den ersten Platz bei der sogenannten „Pogi Challenge“ am vergangenen Sonntag in Slowenien komplett gedreht. Und ja, „den Arztkittel temporär an den Nagel zu hängen, ist eigentlich schon lange mein Ziel“.
Deutscher Amateur verpasste beinahe den Start
Eine Woche nach seinem souveränen Tour-Erfolg hatte sich Pogacar (27) in der Heimat einem Rennen gegen gut 1200 Amateure gestellt, wie bereits in den vergangenen Jahren. Diese erhielten sieben Minuten Vorsprung, um den 15 km langen Anstieg zum Hausberg Pogacars in Komenda mit 1177 Höhenmetern schneller als der Weltmeister zu erklimmen.
In diesem Jahr waren gar sieben Starter schneller als Pogacar – der unten am Berg im Stau steckte, aber bei der Netto-Zeit immer noch drei Minuten schneller war als Niessen.
Der wiederum hätte seinen Start fast verpasst. „Ich selbst hatte noch eine Nachtschicht in der Klinik, konnte also erst am Abend vorher anreisen, habe mir noch flott die Startnummer abgeholt und bin dann morgens zum Event“, sagte der Internist, der seit 15 Jahren Rennrad fährt und sich dabei besonders aufs Bergfahren konzentriert. Das zahlte sich aus.