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Tour de France 2023: Deutscher Edelhelfer für Pogacar?

Deutscher Edelhelfer für Pogacar?

Bei der Tour de France glänzt Nils Politt für das deutsche Team Bora-hansgrohe. Zu Gerüchten über seine Zukunft will er sich nicht äußern. Vielleicht fährt er jedoch bald für einen echten Superstar.
Im Frühjahr war Tadej Pogacar der haushohe Favorit auf den Sieg der diesjährigen Tour de France. Doch Jonas Vingegaard hat aktuell gute Chancen, seinen Vorjahreserfolg zu wiederholen.
Bei der Tour de France glänzt Nils Politt für das deutsche Team Bora-hansgrohe. Zu Gerüchten über seine Zukunft will er sich nicht äußern. Vielleicht fährt er jedoch bald für einen echten Superstar.

Nils Politt ist, wenn er nicht gerade bei der 110. Tour de France mit Highspeed durch die französische Landschaft rauscht, ein recht entspannter Zeitgenosse.

So locker wie nach einem intensiven Tag im Sattel eben möglich stand der 29-Jährige vor dem Teambus von Bora-hansgrohe und ließ sich auch von Fragen zu seiner Zukunft nicht aus der Ruhe bringen.

„Das sind Gerüchte. Keine Auskunft. Im August wird irgendwas bekannt gegeben“, antwortete Politt mit freundlichem Lächeln, als er gefragt wurde, ob er seinen Abgang vom deutschen Vorzeige-Rennstall denn bestätigen wolle. Da Transfers im Profi-Radsport erst ab dem 1. August offiziell verkündet werden dürfen, hält sich der Kölner vornehm bedeckt - übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird er seinen auslaufenden Vertrag jedoch nicht verlängern.

Nach drei Jahren würde somit zum Saisonende eine recht erfolgreiche Zeit bei Bora-hansgrohe enden - mit dem Highlight 2021, als Politt auf der 12. Etappe der Tour de France triumphierte. „Das ist das Schönste, was es im Radsport gibt. Es wurde ein Traum wahr“, sagte Politt damals und ließ anschließend weitere Siege folgen. 2022 wurde er deutscher Meister im Straßenrennen, vor der diesjährigen Tour legte er den Zeitfahrtitel nach.

Wie es 2024 weitergeht, ist noch unklar - doch es zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Politt soll dem Vernehmen nach zukünftig an der Seite des zweimaligen slowenischen Tour-Siegers Tadej Pogacar beim UAE Team Emirates fahren.

Finanzieller Aufstieg für Politt?

Bereits vor der Frankreich-Rundfahrt war er mit dem aufgrund der Dopingvergangenheit von Entscheidungsträgern umstrittenen Team in Verbindung gebracht worden - ein Wechsel zum gut betuchten Rennstall aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dürfte sich allerdings zumindest finanziell lohnen.

Pogacar könnte sich dann über einen extrem wertvollen Helfer freuen. Politt ist in der Ebene ein äußerst tempoharter Fahrer, der lange Zeit im Wind durchhält. Auch kleinere Hügel stellen für Politt, von seinen Trainingsgenossen liebevoll „Giraffe“ genannt, kein Problem dar - der Allrounder kann jede Mannschaft verstärken.

Rolf Aldag lobt Hindley-Helfer Politt

Derzeit tut er das noch bei Bora-hansgrohe, zur Freude seines sportlichen Leiters, der sich ebenfalls nicht zur Zukunft äußern will: „Jetzt ist er hier, und ich bin verdammt froh, dass er gerade hier ist und sich um Jai Hindley kümmert“, sagte Rolf Aldag.

Seinen großen Wert für das Team demonstrierte Politt auf der hektischen Etappe am Donnerstag, als er Kapitän Hindley zwischenzeitlich als einziger Helfer den Rücken freihielt.

Den Podiumsplatz des Australiers festzuzurren, ist derzeit Politts Hauptpriorität - seine eigenen Ambitionen, den Etappencoup von 2021 zu wiederholen, muss er dagegen hintenanstellen. Das sei „etwas schade“, sagte Politt am Donnerstag. An der Seite von Tadej Pogacar aber würde es wohl kaum anders laufen.