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Tour de France: Ein seltenes Szenario

Ein seltenes Tour-Szenario

Auf der 20. Etappe der Tour de France bleibt der Col de Sarenne über weite Teile gesperrt. Sicherheit und Umweltschutz erzwingen ein seltenes Tour-Szenario.
Im letzten Pass der Tour dürfen am Samstag keine Zuschauer stehen
Im letzten Pass der Tour dürfen am Samstag keine Zuschauer stehen
© IMAGO/Photo News
Auf der 20. Etappe der Tour de France bleibt der Col de Sarenne über weite Teile gesperrt. Sicherheit und Umweltschutz erzwingen ein seltenes Tour-Szenario.

Der Col de Sarenne wird auf der 20. Etappe am 25.07.2026 zur Ausnahmeerscheinung: Auf der Mehrzahl des Anstiegs dürfen keine Zuschauer an die Strecke. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Natur bleibt der Zugang auf rund zehn Kilometern gesperrt. Fans dürfen erst auf den letzten vier Kilometern wieder an die Straße – dort, wo das Finale identisch ist mit der Auffahrt vom Vortag nach Alpe d’Huez.

Die Maßnahme ist nach Angaben aus dem Umfeld der Organisatoren eng mit dem sensiblen Gebiet im Massif des Écrins verknüpft. Der Pass führt durch eine ökologisch besonders fragile Zone, in der Eingriffe strikt begrenzt werden sollen. Deshalb wird der Tour-Tross dort zusätzlich ausgedünnt, unter anderem mit angepasster Logistik und zurückgefahrenem Begleitprogramm.

Der Kontrast könnte größer kaum sein: Am vergangenen Freitag sorgten die 21 Kehren von Alpe d’Huez für eine Menschenwelle, Schätzungen sprachen von 600.000 bis 800.000 Zuschauern. Am Samstagmorgen versuchten dennoch einzelne Fans, sich am gesperrten Abschnitt zu positionieren. Die Einsatzkräfte schickten sie jedoch umgehend zurück.

Tour de France: Stille Rampe statt Hexenkessel

Sportlich bleibt der Col de Sarenne (12,8 km mit 7,3 Prozent) ein Schlüsselstück der Königsetappe zwischen Le Bourg-d’Oisans und Alpe d’Huez.

Gerade weil die Kulisse fehlt, dürfte der Anstieg ungewohnt „nackt“ wirken – ohne die sonst typische Lärmwand am Berg. Für viele Fahrer wird es ein Kampf gegen den Rhythmus, nicht gegen den Korridor aus Fans.

Vor dem Sarenne wartet bereits ein alpiner Dreiklang: der Col de la Croix de Fer (24 km mit 5,2 Prozent), der Col du Télégraphe (11,9 km mit 7,1 Prozent) und der Col du Galibier (17,7 km mit 6,9 Prozent).

Die Etappe ist mit 170,9 Kilometern und 5.450 Höhenmetern auf maximale Selektion angelegt. Erst danach entscheidet der Sarenne, wer überhaupt noch mit Kräften in den Schlussanstieg einbiegt.

Ungewöhnliches Bild bei der Tour de France

Ganz neu ist der Name im Tour-Kosmos nicht: 2013 führte die Strecke bei der Abfahrt über den Col de Sarenne. Als Anstieg im Tour-Programm ist der Pass dagegen eine Premiere. Lediglich beim Dauphiné 2017, als der Brite Peter Kennaugh am Gipfel gewann, kletterten die Fahrer den Pass zum ersten Mal von der schwierigeren Ostseite.

Erst zu den letzten vier Kilometern, die mit der bekannten Alpe-d’Huez-Auffahrt geteilt werden, kehrt das Publikum an den Straßenrand zurück. Bis dahin fahren die Profis im Hochgebirge praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit – ein seltenes Bild bei der Tour de France.